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Chinatown in Bangkok
Wo der Tiger dem Drachen ins Auge blickt
Von Heinz & Rainer Pollmeier

Vier bis sechs Millionen Chinesen haben sich seit Jahrhunderten in die Thai-Gesellschaft integriert - wie in keinem anderen asiatischen Land. Das quirlige Chinesenviertel in Bangkok ist natuerlich ihr Mittelpunkt. Kein "Museums"-Überrest wie in Singapur, um den Touristen zu zeigen, wie es einmal war, nein, ein quicklebendiges Viertel westlich des Hauptbahnhofs, vielleicht das kraftvollste und urspruenglichste in ganz Bangkok.

So soll das einzigartige Stadtbild um die Charoen Krung, Yaowaraj Road und Sampheng Lane (Soi Wanit) bleiben, rein theoretisch. Aber wurde nicht auch Hua Hin weitgehend der gnadenlosen Modernisierung preisgegeben? Im thailaendischen Wirtschaftswunder war bisher kaum Platz fuer Umweltschutz und Bewahrung alter Kulturgueter. Und nur wegen der Touristen wird man ein unverfaelschtes Stueck Riesenstadt nicht schonen.

Europaeische Besucher machen einen Fehler, wenn sie die Hotels von Chinatown meiden und die Luxuspalaeste mit dem austauschbaren europaeisch-amerikanischen Ambiente bevorzugen. In Chinatown gibt es Passendes fuer jeden Geldbeutel und Geschmack: Das Grand China Princess Hotel, klassisch, elegant, teuer, mit atemberaubendem Blick vom Restaurant im zehnten Stock, das moderne Grand Ville Hotel, das Miramar-Hotel, sauber und preisguenstig, oder das Burapa-Hotel fuer Rucksacktouristen. Sie liegen mitten im brodelnden asiatischen Leben, guenstig fuer den Besuch der Sehenswuerdigkeiten der "Altstadt", nahe am Menam Chao Phraya und dem Bahnhof Hua Lamphong. Man wird die Vorteile gegenueber Laerm und Luftverpestung abwaegen muessen, die praktisch ganz Bangkok beherrschen. Dafuer hat jede Strasse "ihr Milieu".

Ein Reisefuehrer schreibt: "In der Hauptstrasse, der Charoen Krung Road, wo sich ein Geschaeft an das naechste reiht, haben fliegende Haendler auf den schmalen Buergersteigen ihre Staende aufgebaut und verkaufen technischen Kleinkram, wie Lupen, Kompasse, Batterien und Scheren. Welch ein Kontrast zu den dahinterliegenden, mit Gold und Jade vollgepackten Schmucklaeden und den grosszuegigen, klimatisierten Verkaufsraeumen fuer aphrodisische Antilopengeweihe und wertvolle Schwalbennester. Exotische Duefte weisen den Weg zu traditionellen chinesischen Apotheken, die jedem Kunden die passende Medizin aus ungewoehnlichen Bestandteilen zusammenmixen." Der Reisefuehrer raet zum Verweilen.

Bleiben wir also bei den chinesischen Apotheken, die sich vornehmlich in der Yaowaraj Road wie Perlen auf einer alten Sukhothai-Kette aneinanderreihen. Die chinesische Medizin behandelt nicht die Krankheit, sondern den Kranken. Vor der Frage: Was macht gesund? steht dort die Frage: Was macht krank? Im alten China bekam ein Arzt nur dann sein Honorar, wenn es ihm gelang, die Gesundheit des ihm anvertrauten Patienten von vornherein zu erhalten. Das konnte nur mit hochwirksamen, vorbeugenden Massnahmen gelingen. Die mehr als 3000 Jahre alten Gesundheitslehren finden in den letzten Jahren auch in Deutschland immer staerkeren Anklang. Aber weitgehend bleibt ihr kostbares Erbe westlichem Skeptizismus verschlossen, geheimnisvoll - und wird oft aus Unkenntnis und Überheblichkeit diffamiert. So im mitleidig-belaechendem Ton der Frankfurter Rundschau:

Die Apotheken "erinnern vielmehr an Kuechen alter Hexenmeister. Ausser der westlichen chemischen Medizin, die es in allen Kaufhaeusern ohne Rezept zu kaufen gibt, vertrauen die Menschen den traditionellen chinesischen Heilmitteln. Wenn sich die Regenzeit mit warmen Schauern ankuendigt, haben die Apotheken Hochkonjunktur: Aus samowaraehnlichen Gefaessen wird vor den Laeden ein braunes Getraenk ausgeschenkt, das in Geschmack und Farbe an das Flusswasser des Chayo Phraya erinnert. Es soll helfen, die durch die Regenzeit drohenden Erkaeltungen zu bannen. Yaa khom, die bittere Medizin, verlangt allerdings ein Nachspuelen mit Jaa waa, einem suessen Staerkungsmittel, oder Nam kekkoi, das ist Chrysanthementee, um den bitteren Geschmack wieder zu verjagen. Vielfaeltig sind auch die anderen Mittel: Der "Schliessmuskel von Muscheln", in Bonbonform gekaut, hilft gegen hartnaeckigen Durchfall, strengen Harngeruch verbreitender Antilopenschwanz, das Paeckchen fuer umgerechnet 200 Mark, vertreibt Angstzustaende, Hirschgeweih, aufgeschnitten, zu 5000 Baht (etwa 320 Mark) staerkt das "Yang", Schwalbennester und Haifischflossen werden nach schwerer Krankheit ins Mittagssueppchen gekocht. Auch sind Orchideenstengel, Shihu, gegen Magenbeschwerden ebenso zu haben wie getrocknete Seepferdchen: Sie sind ein Yin- und Yang-Staerker. Tigerpenis, geschnitten, holt angeblich die entschwundene Manneskraft zurueck, und zerstossener Gecko hilft gegen Lungenkrankheiten. ... Der koreanische wildwachsende Gingseng, beste Qualitaet und Allheilmittel in hoffnungslosen Faellen, ist ein Vermoegen wert: 10 000 Mark das Minipaeckchen, eine Kostbarkeit und erschwinglich nur fuer wohlhabende Sterbenskranke."

Auch in China selbst blieben abendlaendische Therapeutik und chinesische Medizin lange streng voneinander getrennt. Die westliche Medizin war allen Bauern fremd, in den Staedten verdraengte sie allmaehlich die chinesische. Kein Fachmann war faehig, die Methoden einander in Einklang zu bringen. Die traditionellen Apotheken boten Pulver, Kraeuter, Ginsengwurzeln, Akupunkturnadeln und -figurinnen an, die modernen verkauften Antibiotika, Sulfonamide und andere spezielle Medikamente. Halb Naturheilkundler, halb Kraeutersammler, hatten die traditionellen Praktiker keine Ahnung von den biologischen Wissenschaften, die an den Universitaeten oder im Ausland ausgebildeten Ärzte dagegen wussten nichts von den Kraeutern oder der Akupunktur. Erst durch die Ideen Maos: "Das Alte in den Dienst der Gegenwart stellen, das Auslaendische fuer China nutzbar machen ... Lasst das Neue durch kritische Aufnahme aus dem Alten hervortreten..." wurde die abendlaendische Medizin in die chinesische integriert, ohne dass diese unterjocht oder ersetzt worden waere.

Die Akupunktur ist die bekannteste und verbreiteste Technik der traditionellen chinesischen Medizin. Ihre Phaenomene sind wissenschaftlich unerklaerlich, man kann keine Theorie darueber aufstellen. Vielleicht muss man Erkrankungen als Stoerungen im harmonischen Fluss der Lebensenergie ansehen. Blockaden lassen sich jedenfalls durch Akupunktur beheben, vor allem recht wirksam akute und chronische Schmerzzustaende. Man weiss nicht, was die Meridiane und Kardinalpunkte sind, man weiss nicht einmal, ob sie tatsaechlich bestehen. Man demonstriert, wie das Gehirn den Gliedern Befehle erteilt, aber man kann nicht zeigen, wie die Glieder dem Hirn den Befehl erteilen, den Schmerz zu unterdruecken. Aber durch die Kombination von abendlaendischer und chinesischer Medizin werden in der - auch schulmedizinisch anerkannten - Akupunktur Fortschritte erzielt, die in dreitausend Jahren Praxis nicht erreicht werden konnten.

Die Akupunktur wirkt um so besser, je groesser das Vertrauen des Patienten zur Methode und zum Arzt ist. Die Erfolge in China sind wohl so ueberragend, weil die Chinesen seit Tausenden von Jahren gegen den Zweifel immun sind. Seit der Epoche der Tang-Dynastie (618-906) waren die kleinen Figuren, auf denen die numerierten Punkte und Meridiane aufgezeichnet sind, im ganzen chinesischen Lebensraum verbreitet. Auch heute kann man in den Kaufhaeusern Chinatowns - nicht nur in den Apotheken - kleine Gliederpuppen aus Plastik in allen Groessen zwischen fuenfzehn und fuenfzig Zentimetern sehen, die mit feinen Linien und Zahlen bedeckt sind. Sie sind fuer jerdermann erschwinglich. Medizinische Vorschriften werden mitgeliefert. Auch Ohren aus Kautschuk werden verkauft, auf denen etwa zwanzig Punkte eingezeichnet sind; verschiedene Leiden lassen sich durch Stiche in diese Punkte heilen.

Kinder sind oft ganz vernarrt in dieses Spielzeug. Eine Variante dieser kleinen Figuren dient einem einzigartigen paedagogischen Zweck: Eine mit Wasser gefuellte Glaspuppe hat an der Stelle der Punkte Loecher, die mit Klebestreifen verschlossen sind. Sticht das Kind einen Punkt an, spritzt Wasser heraus. Wer von Kindesalter dazu erzogen wurde, an das Wunder der Akupunktur zu glauben, dem erscheint diese Heilmethode nicht mehr als Wunder. Aber wie kann man von der Unglaeubigkeit der Kranken im Westen eine aehnliche Einstellung erwarten? Nur esoterische Kreise schaetzen seit langem die Heilkunst der Fernen Ostens als Ergaenzung der Schul- und Apparatemedizin. Sie gilt als unblutig, risikoarm und preiswert. Aber nur zoegernd uebernehmen Krankenkassen die Kosten.

Fuer ein Nebeneinander von wissenschaftlicher Medizin und traditionellen Heilmethoden setzt sich auch Wolfgang-P. Weng, Lehrbeauftragter der Hochschule fuer Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) in Tianjin und Leiter des "Europaeischen Instituts fuer asiatische Medizin" in unserer Heimatstadt Coesfeld in Westfalen ein. Er ist ueberzeugt, dass beide Medizinsysteme uns einen Blick in die medizinische Wirklichkeit eroeffnen. "Unterschiedlich ist die Blickrichtung", sagt er, "und damit der wahrzunehmende Eindruck. Keiner der so gewonnenen Eindruecke kann falsch sein, da er ja Teil dieser Wirklichkeit ist. Beide Systeme sind in der Lage, sich bei sinnvollem Miteinander gegenseitig zu ergaenzen.

Das gilt besonders bei den chronischen Geschehen, die zu den Alterserkrankungen gerechnet werden, obwohl sie heute mehr und mehr auch juengere Jahrgaenge heimsuchen. Dazu gehoeren Stoffwechsel- und rheumatische Erkrankungen, Herz- und Kreislaufprobleme, Schmerzzustaende und die grosse Gruppe der allergischen Erscheinungen. Darueber hinaus ist die Stabilisierung des Immunsystems, zum Beispiel bei der Chemotherapie in der Krebsbehandlung, eine grosse Moeglichkeit. Besonders in diesem Bereich zeigt sich die erfolgreiche Zusammenarbeit westlicher Medizin und TCM. Verdraengen koennen sie einader nicht, denn keine ist besser oder schlechter. Zusammenarbeit ist daher die Botschaft der Stunde."

So laesst man sich bei seinen Streifzuegen durch die chinesischen Apotheken Chinatowns ein wenig nachdenklich duch die Jaowaraj Road schieben. Neben erprobten Praktiken mit langer, erfahrungsschwerer Tradition wird man auch auf dubiose Wundertechniken stossen. Darum gibt Wolfgang-P. wenig interessierten LeserInnen auf Wunsch gern weitere Informationen in D-48653 Coesfeld, Kleine Viehstrasse 27-31.

 
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