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Hautnah!
Angelabenteuer Thailand

Von Heinz & Rainer Pollmeier
© Fotos Pollmeier

Hochseeangler wissen, wo sie gezielt in Europa oder Übersee ihr schweres Geschirr auf die Grossen des Meeres: Conger, Rochen, Hai, Marlin, Thun oder Schwertfisch einsetzen koennen. Die organisierten Reisen dieser Spezialisten haben allerdings ihren Preis. Nicht jeder Angler kann sich das leisten.

Ganz anders in Thailand! Asiens Urlaubsland Nr. 1 bietet Moeglichkeiten und Preise, von denen man in Europa nicht mehr zu traeumen wagt. Faenge werden sozusagen garantiert: no fish, no money, heisst die Devise. Auf nervenstarke und seeerfahrene Meeresangler warten aufregende Abenteuer, z. B. in der Andamanensee.

Wer sich professionelles Fischen nicht leisten kann, sollte Long-Tail-Boote mieten. Erstaunliches geht an den Haken, mit diesen Nussschalen faengt man sogar Segelfische. Und die Preise stimmen! Da der Tourismus in Thailand boomt, spezialisieren sich immer mehr Fischer auf die Belange der Meeresangler. Long-Tail-Boote sind die Renner der Saison.

Krabi-Stadt, quirlige Drehscheibe fuer den Bootsverkehr zu den Inseln Phee Phee, Si Bo Ya, Jum, Lanta und in die Buchten von Ao Nang und Phang-Nga, ist ein idealer Standort fuer "Long-Tail-Fishing". Unterkuenfte jeder Preiskategorie sind vorhanden.

Long-Tail-Boote sind traditionelle Holzboote unterschiedlicher Groesse mit starken Dieselmotoren, die ueber einen langen Ausleger das Boot antreiben, sozusagen vorwaertsquirlen und steuern. Die Motoren sind zwar laut, aber die Boote ausserordentlich wendig, geeignet zum Schlepp-, Treib- oder Grundangeln. Bei ruhiger See kann man ueber lange Distanzen von 20 bis 25 Kilometer ausfahren. Die Bootsfuehrung erscheint spielerisch, erfordert aber Kraft, Ausdauer und hoechste Geschicklichkeit bei unruhiger See. Sie ist Knochenarbeit; ein Fischer laesst sich gern einmal abloesen. Die Thais durchpfluegen mit diesen Booten das Meer auf der Suche nach Barrakudaschwaermen, jagenden Thunen oder Koenigsmakrelen.

In Krabi bieten mehrere Veranstalter Tages- und Mehrtagestouren mit diesen Booten an. Wer zufaellig auf Khun (Herr) Nongyan stoesst - sein Spitzname 'Taovorn' bedeutet der ,Zuverlaessige' - kann sich ihm bedenkenlos anvertrauen. Er betreibt sein Geschaeft seit Jahren und kennt die Inselwelt und die Fischgruende wie seine Westentasche. In Krabi geniesst er den Ruf eines Fischprofessors; und nicht selten folgen ihm andere Boote, um von seinem Spuersinn zu profitieren.

 

Die Tagestour fuehrt durch die mangrovenreiche Bucht von Krabi zu einer kleinen, namenlosen Nachbarinsel von Chicken Island. Dort wird mit Grundblei und ganzen Tintenfischen an 2.5 bis 3 Meter langen Vorfaechern auf Monkfisch geangelt, ein ausdauernder und starker Kaempfer. Bei der Ausfahrt wird geschleppt; Barrakudas und Koenigsmakrelen sind die haeufigsten Faenge. Wenn man auf der Rueckfahrt einen Barrakudaschwarm erwischt, geht es Schlag auf Schlag. Innerhalb einer Stunde liegen oft mehr als zehn gierige Raeuber an Deck.

Die Zweitagestour ist fuer Farangs (Auslaender) ein besonderes Abenteuer. Die Fahrt geht ueber Chicken Island - Angeln auf Monk - Koh (Insel) Jawasa, Yung und Mai Phai oder Bamboo Island mit Gelegenheit zum Schnorchel - noch fast das Beste, was Thailand in dieser Hinsicht zu bieten hat; also Brille und Flossen nicht vergessen! - nach Koh Phee Phee, jener traumhaft schoen gelegenen Insel, die der Tourismus leider in wenigen Jahren ueberrannt und entstellt hat. Fuer die Nacht kann man einen Bungalow ordern oder am Strand oder im Boot uebernachten, wenn man in Erwartung eines Segelfisches ueberhaupt schlafen kann.

 

Das ,Sailfish-Aquarium' liegt etwa zwei Bootsstunden von Koh Phee Phee entfernt, an einer Stelle suedwestlich von Koh Ma. Die hin und wieder von einem Rudel Delphine begleitete Fahrt unterbricht Kuhn Taovorn mitten auf offener See, um in Windeseile mit der Handangel und einem Fliegenpaternoster eine bestimmte, uns unbekannte Art kleiner gelber Fische als lebende Koeder fuer die Segelfische zu fangen. Die Haelterung stellt kein Problem dar. Taovorn zieht einfach einen Stoepsel aus dem Deck, durch das Loch laeuft staendig Meerwasser in eine Holzkiste, und die Koederfische bleiben so den ganzen Tag quicklebendig.

Eine Viertelstunde spaeter ist es dann soweit. Taovorn deutet mit der Hand auf die See und kann bei unserem Ausruf: "Sailfish!" ein Laecheln nicht unterdruecken. Er stoppt das Boot und die Koeder gehen ueber Bord. Der Rest ist Nervensache. Schon nach einer knappen Stunde sehen wir eine maechtige, dunkle Rueckenflosse immer engere Kreise um eine der Styroporposen ziehen. Alle fiebern dem Biss entgegen. Taovorn gibt das vereinbarte Zeichen. Anschlag! Dann geht die Post ab. Ein maechtiger Schwall, die Rute biegt sich, die Rolle singt und, ehe wir uns besinnen koennen, sind gut hundert Meter Schnur abgezogen. Jetzt beginnt ein unvergesslicher Kampf an leichtem Geschirr. Nachdem die erste Flucht gestoppt ist, wechselt der Fisch die Taktik: rasend schnell schiesst er auf unser Boot zu, wendet, um mit gewaltigen Luftspruengen erneut zu fluechten. Nach einer Dreiviertelstunde harten Drills gibt er scheinbar auf, kurz vor der Landung jedoch ein letzter, kraftvoller Sprung, um den laestigen Haken aus dem Schwert zu schuetteln; aber er hat verloren.

 

Taovorn schaetzt unseren ersten thailaendischen Sailfish auf gut 30 Kilogramm. Wir waren allerdings mehr von der Schoenheit seines blaugrau glitzernden Leibes als von seinem Gewicht beeindruckt. Im Laufe des Tages hakten wir noch drei weitere elegante Kaempfer, der groesste wog an die 40 Kilogramm, ging aber verloren. Das erspart das muehsame ,Ausklinken' des Fisches vom Haken, denn unsere Sails erhalten in der Regel ihre Freiheit zurueck.

Den Hoehepunkt - neben dem Naturschauspiel, staendig springende und vorbeiz iehende "Sails" erleben zu koennen - bot uns ein Thai, der mit einer Handschnur den Segelfischen auf die Schuppen rueckte. Schon bei der ersten Flucht schoss ihm die komplette Leine, an deren Ende ein Plastikkanister befestigt war, durch die Haende. Notgedrungen warf er ihn ueber Bord, zog im Eiltempo den Anker ein, startete den Motor und jagte dem weithin sichtbaren Kanister hinterher. Das Spiel wiederholte sich mehrmals, bis er den erschoepften Fisch in sein Boot ziehen konnte. Auf nach Thailand, wenn Sie sich wie "der alte Mann und das Meer" fuehlen wollen!

Angelsaison ist von November bis April, die Touren kosten 1.500 Baht bis 2.000 Baht pro Tag, 500 Baht je Tag werden nicht selten erstattet, wenn kein Fisch gefangen wird oder kein Sailfisch anbeisst.

 

Die Ao Nang Beach, etwa 17 Kilometer suedwestlich von Krabi, bietet weitere ausgezeichnete Moeglichkeiten zum Long-Tail-Fischen. Khun Eed Amata von den Three Brothers, einem kleinen Fischrestaurant an der Schotterpiste nach Krabi, ist Fischer von Kindheit an, ein Huene unter den Thais, der, wie so oft bei baerenstarken Maennern, ein wenig zurueckhaltend wirkt. Wer sein Vertrauen gewinnt, kann sich auf spannende Ausfahrten gefasst machen. Mit dem Meer geht er kein Risiko ein; er prueft sehr frueh am Morgen die See - und wenn er Nein sagt, helfen weder Geld noch Überredungskuenste.

Man kann Tages-, Frueh- oder Spaettouren vereinbaren. Der Preis ist Verhandlungssache, Eed Amata verzichtet auf sein Geld, wenn man nichts faengt. Wer jedoch fair ist, zahlt Sprit, Leihgebuehr fuer das Geraet und einen angemessenen Beitrag fuer die Arbeit. Khun Eed Amata ist Spezialist fuer das Schleppangeln, unermuedlich durchkaemmt er das Meer und jagt den Fisch. Ist kein Fang an Bord, spielt die vereinbarte Zeit keine Rolle. Dieser Fischer gibt nicht auf.

Wer mit Khun Taovorn den Sueden der Bucht von Krabi erkundet hat, hat jetzt die Chance, in den Norden bis weit in die phantastische Phang-Nga-Bucht vorzustossen. Starke Thune, grosse Makrelen und gefraessige Barrakudas sind der Lohn fuer schweisstreibende Angeltage. Khun Eed Amata wuchtet sie locker mit dem Schwanzgriff ins Boot.

 


 

Selbstverstaendlich werden Sie abends bei den Three Brothers zum Essen eingeladen, denn Eed Amata laesst es sich nicht nehmen, Ihnen sein Spezialgericht zu servieren: Barrakuda in Thaicurry. Spaetestens jetzt ueberlegen Sie ernsthaft, ob man den Segelfischen einfach so den Ruecken zukehren soll oder ob der Abschied aus diesem gastfreundschaftlichen Land nicht noch um eine Woche hinausgezoegert werden kann.

Wenn Sie den Empfehlungen nicht folgen, noch einige Hinweise: Auch unter den Thais gibt es Schlepper und Nepper, die fuer einen schnellen Baht den angelnden Touristen an der Nase herumfuehren. Gute Fischer haben ihr eigenes Boot; wer Sie mit einem Mietboot koedert, jagt Sie nur ziellos ueber die See, verfaehrt den Sprit und die vereinbarte Zeit, sonst erleben Sie nichts ausser Sonne und Landschaft - aber Nichtanglern genuegt das.

Freundlichkeit und Zigaretten sind die besten Begleiter im Umgang mit den Thais. Grundsaetzlich sollte man nicht kleinlich sein; groesszuegiges Verhalten, weniger in Geld als in praktischen Geschenken, zahlt sich so sehr aus, dass man Jahr fuer Jahr gern gesehen wird. Die Thais vergessen kein Gesicht. Wenn Sie einem guten Fischer nach einer erfolgreichen Ausfahrt einen Schleppkoeder, einen Tiefenwobbler oder sonstiges Zubehoer schenken, gewinnen Sie einen Freund fuers Leben.

P.S.:
Eed Amata haben wir nach einem Jahr nicht wiedergesehen. Er ist den harten Drogen verfallen, das Restaurant wurde verkauft. Eine bittere Realitaet, die wir als Touristen nicht gerne wahrnehmen. In guter Erinnerung haben wir die Geschichte nicht veraendert. Wenn Sie fischen wollen, treffen Sie garantiert einen anderen faehigen Bootsfuehrer. Aber seien Sie nicht enttaeuscht: Bei dem ,brutalst' praktizierten Umweltschutz der Thais laesst auch der Fischreichtum immer mehr nach. Von ,Ernten' ist nicht mehr die Rede!

 
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