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Hautnah!
Chiang Mai verliert sein Gesicht

Bei aller Liebe zu Thailand: Chiang Mai ist keine Stadt fuer uns! Hier sprengte der seelenlose Fortschritt jedes Mass und der zuegellose Bauboom hat die 700jaehrige Tradition verschuettet. Vertraute Strassenzuege verschwanden von heute auf morgen, uralte, einst friedliche Tempelanlagen sind kaum noch Oasen der Stille. Laerm, Gestank und Dreck verpesten jeden Genuss.

Wie die Hauptstadt klotzt Chiang Mai mit dem neuen Lebensgefuehl der Thais:
Profitstreben. Nur die Nachkriegszeit in Deutschland erinnert an die Wucht, mit der - leider in zerstoererischer Wut - das Alte niedergerissen und die Moderne eingelaeutet, besser: eingepaukt wird. Die Vernichtung der Urwaelder war nur der bescheidene Anfang: Wie die kuemmerlichen Nationalparks in einer 'zivilisierten' Umwelt fristen hier die alten Tempel ihr ueberholtes Dasein im eintoenigen Beton.

Bei dieser verrueckten Provinzposse - denn mit allem Gehabe zaubert man keine Metropole herbei - denken wir nostalgisch zurueck: Einst konnte man gemuetlich in der Rikscha vom Bahnhof durch eine gruene Stadt zu den wenigen, aber traditionellen Teakholz-Guesthaeusern am Pink-Fluss fahren. Doch der sprunghafte, anspruchsvolle Kundentyp des modernen multi-optionalen Konsumenten - so heisst heute die massvolle Umschreibung von Tourismus-Horden im Markforscher-Jargon - will davon nichts mehr hoeren. Sie leben jetzt - und wollen den Augenblick geniessen. Aber welchen in Chiang Mai?

Die Pauschalreisenden streben gewiss zum Kloster Doi Suthep, Wahrzeichen der Stadt, 16 km nordwestlich auf etwa 1100 m Hoehe. Dort erhaschen sie, wenn sie tatsaechlich bis zur Aussicht durchgeschoben werden, einen atemberaubenden Blick auf die Bergwelt. Aber jede Stimmung, die eines der malerischten Kloester Thailands vermitteln koennte, wird verdorben durch voellige Kommerzialisierung. Wat Doi Suthep zieht in der Vermarktung religioeser Staetten endlich gleich mit katholischen Wallfahrtsorten - ein Tiefschlag fuer arglose Europaeer, die bisher wohlwollend und unbefangen dem Buddhismus gegenueberstanden. Dafuer werden verwoehnte 'Fusskranke' - 290 Stufen sind Touris nicht zuzumuten - mit der Zahnradbahn nach oben befoerdert. Engagierte Umweltschuetzer haetten eine Gondel verhindert, schreibt befriedigt ein Reisefuehrer. Dem Autor hing wohl ein gruenes Feigenblatt vor der Brille, denn ansonsten ist ihm viel entgangen.

Da sollte man einem Rat von Achille Clarac folgen, unserem Lieblingsreisefuehrer, der sich immer mit Ehrerbietung thailaendischen Kulturguetern naehert im Gegensatz zur duenkelhaften Schnoddrigkeit manch moderner Schreiberlinge: "Die unzaehligen Tempel, die man in den Staedten und auf dem flachen Land findet und deren Stil von dem entsprechender Bauten im Sueden abweicht, gehoeren zu den typischten und reizvollsten Kennzeichen des Nordens. Sie haben Daecher mit zwei oder drei Staffeln, welche in der Regel an den Seiten sehr weit herunterreichen und ihnen den Eindruck innerer Sammlung verleihen. Sie sind mit braunen Ziegelplatten gedeckt, und die mit holzgeschnitztem, vergoldetem Laubwerk geschmueckten Fassaden sind immer ein huebscher Anblick und besitzen oft hohen kuenstlerischen Wert. Man kann dem Reisenden, der ueber die noetige Zeit verfuegt, nicht dringend genug raten, die grossen Fernstrassen zu verlassen und die umliegenden Tempel auf dem Land zu besuchen."

Mieten wir also in Chiang Mai einen Leihwagen und befahren die alte Allee nach Lamphun. Links von der Hauptstrasse liegt der Wat Haripunchai, eines der 'Bilderbuchkloester' des Nordens: "Die Gruendung dieses Wat Haripunchai, der ein koenigliches Kloster war, welches auf dem Gelaende eines Palastes erbaut wurde, geht bis ins 9. Jahrh. zurueck. Zwei praechtige Loewen stehen vor den beiden Tueren des grossen Portals der Kapelle... Im Zentrum des Hofes ragt direkt hinter dem Vihara ein imposanter Chedi zum Himmel empor. Mit seinem Bau wurde im Jahre 897 begonnen, und er war zunaechst 10, dann 30 und schliesslich 47 und 51 Meter hoch..."

Den "Eindruck innerer Sammlung" vermittelt noch mehr der Wat Phra That Lampang Luang, etwa 18 km suedwestlich von Lampang, zweifellos einer der schoensten, die man in dieser Region findet. Der Wat liegt abgeschieden hinter praechtigen, schattigen Baeumen in laendlicher Umgebung und verdient schon wegen seines hohen Alters von mindestens 1300 Jahren einen ausgiebigen Besuch. Zwischen dem Haupteingang des Tempels und dem Vihara liegt ein weiterer offener Tempel in Gestalt einer Sala mit wunderschoenem Dreistaffeldach aus Ziegeln. Leider muss man den Unverstand der Moenche bedauern, die die Saeulenschaefte, urspruenglich aus Teakholz, durch Zementpfeiler ersetzt und den Boden mit modernen Fayenceplatten belegt haben. Doch ohnehin muessen alle monumentalen Tempelteile hinter dem ehrwuerdigeren Sanktuarium zurueckstehen, das in der Suedwestecke des Hofs steht.

Leider verbreiten Traveller und Trekking-Fans zum Laerm der Stadt Chiang Mai in den herkoemmlichen Übernachtungen am Pink-Fluss meist lautstarken Terror. Wer dem entgehen und trotzdem traditionell uebernachten moechte, findet im Chiang Mai Lakeside Ville, etwa 7 km suedlich der Stadt auf dem Weg nach Lamphun ein friedliches Resort um einen kleinen See. Rustikale Holzbungalows auf Pfaehlen garantieren wenigstens eine ungestoerte Nachtruhe.

Zum Trekking im Norden, der touristischen Vermarktung der Bergstaemme, muss sich jeder seine eigene Meinung bilden. Den Hauch von Abenteuer kann man meist vergessen und Chancen, urspruengliche Doerfer zu finden, sind auch in abgelegenen Regionen recht gering. Fuehren viele Reisefuehrer nicht schon in die letzten Winkel Thailands? Nach der Muenchener Tourismusforscherin Felicitas Romeiss-Stracke wollen die heutigen Urlauber immer mehr einen zeitlich befristeten Traum. Zielgebiete spielen bei diesem Urlauber-Typ nur insofern eine Rolle, als bestimmte Landschaften und Kulturen bestimmte Lebensgefuehle beguenstigen: "Die Weite der USA eignet sich eben gut fuer das Malboro-Feeling auf der Harley-Davidson und die Berge Nepals sind fuer die Suche nach Transzendenz und innerer Ruhe wie geschaffen."

Vielleicht vereinigt der Norden Thailands beides. Wir lassen uns jedenfalls nicht mehr irritieren durch das verwirrte Ehepaar aus Nettersheim, das, vom Trekking enttaeuscht, versuchte, die "letzten Aussaetzigen" im McKean Rehabilitation Center in Chinag Mai aufzuspueren, aber erst eintraf, als die Leprakranken bereits wegen verbesserter Heilmethoden in ihre Heimatdoerfer gezogen waren.

Traveller auf der hektischen Suche nach den "letzten Paradiesen" oder den "Letzten ihrer Art" sollten vor dem Start unbedingt den "Loose" lesen, damit sie nicht unliebsam ueberrascht werden: "Der 166 km lange H108 von Mae Sariang nach Mae Hong Son ist neu ausgebaut und eine tolle Motorradstrecke... Am KM 151 kommt endlich (!) ein Erfrischungsstand!" Da muss man unterwegs verzweifelt aufschreien: "Mist! Kein Coca-Cola, wenn wir schon kommen! Und das ganze Feeling total versaut!" Haette man doch die Gaestehausbesitzer gefragt, denn sie "oder die Boys (!!) koennen in der Regel gute Informationen geben..." Pflegen wir also getrost in Thailand unseren Kolonialismus, Hauptsache, keinen Muell zuruecklassen und die Umwelt schonen!

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