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Hautnah!
Chinesische Goetter und Tempel
Von Heinz & Rainer Pollmeier

"Wenn sich China erhebt..." lautet der Titel eines populaeren Buches von Alain Preyrefitte, dem ehemaligen franzoesischen Unterrichtsminister. Das Erwachen Chinas hat die Welt erschuettert, heute erleben wir staunend seinen wirtschaftlichen Aufschwung.

Das Land fasziniert uns nach wie vor. "Zwischen angstbesetzter Abwehr, ignoranter Besserwisserei und sichtblinder Begeisterung bewegt sich das meiste, was ueber China berichtet wird", heisst es im Vorwort zum Buch.

Auch wer Thailand besucht, stoesst fast ueberall auf chinesische Spuren.
Sichtbar sind sie vor allem in den Tempeln und Friedhoefen der "Übersee-oder Nang Yang-Chinesen", unsichtbar meist an den Schaltstellenwirtschaftlicher Macht. Man schaetzt - und wegen der illegalen Einwanderung kennt keiner die genaue Zahl - dass rd. 7 Millionen Chinesen in Thailand leben, integriert wie in keinem anderen asiatischen Land.
Die Thammasat Universitaet stellte fest: 63 der 100 groessten Industriebetriebe werden von Chinesen kontrolliert, 23 der 25 einflussreichsten Maenner der Wirtschaft sind Chinesen.

Chinesen sind ungemein anpassungsfaehig. Ein Begraebnisplatz der Ahnen bezeichnet ihre Heimat, der Ahnenkult beherrscht ihr gesamtes religioeses Leben. "Drei Lehren, eine Familie", sagt ein chinesisches Sprichwort und es besagt, dass die drei traditionellen chinesischen Religionen verhaeltnismaessig eintraechtig nebeneinander leben und mit uralten religioesen Kulten der Volksreligion eine Einheit bilden:

Der Konfuzianismus kuemmert sich um die politischen und moralischen Seiten des Lebens, der Taoismus richtet seine Aufmerksamkeit auf das Glueck und der Buddhismus befasst sich mit dem 'Jenseits'. Diese weitreichende Toleranz ist von ganz anderer Art als die indische. Der Inder laesst zwar auch jeden "nach seiner Fasson" selig werden, bekennt sich aber zu einer bestimmten Religion unter Ausschluss der anderen. Der Chinese sieht den Schwerpunkt seines Lebens im Diesseits, chinesisches Denken hat den Charakter von Weltlichkeit.

Sein Grundmotiv ist das Streben nach Harmonie. Vorwiegend im Konfuzianismus wird die "Goldene Mitte", ein Gleichgewicht von "Mass und Mitte" angestrebt. Das fuehrt zur Idee des Einklangs von Mensch und All; bei Lao Tsen wird die Betonung des ausgewogenen Verhaeltnisses von Mensch und Natur besonders deutlich. Das Harmoniestreben vermeidet Einseitigkeit und Extreme. Dem "Entweder-Oder" wird das "Sowohl-Als auch" vorgezogen. Hiermit ist der Gedanke der Wechselwirkung zweier Prinzipien eng verschwistert. Wir begegnen dem aktiven und dem passiven Prinzip als Yang und Yin, als Li und Ki, als Vernunft und Materie. Sie stehen nicht fuer Ursache und Wirkung, sondern eher fuer Klang und Echo oder Licht und Schatten; dem Yin entspricht das Weibliche, dem Yang das Maennliche.

Dem Europaeer erscheint die Neigung kaum begreiflich, Gegensaetze sich nicht ausschliessen zu lassen, sondern die Synthese zu suchen. Das macht die bemerkenswerte Toleranz der Chinesen aus. Masshalten, Genuegsamkeit, innere Ausgeglichenheit und Seelenfrieden sind nach chinesischer Auffassung zum menschlichen Glueck unerlaesslich. Der Mensch steht nicht nur im Naturzusammenhang, sondern ist eingefuegt in Familie, Gesellschaft und Staat: Somit ist alle chinesische Religion bzw. Philosophie - sie sind nicht zu trennen - Politik und Sozialphilosophie.

Die Chinesen liebten es, Tempel in verschwiegenen Gebirgstaelern zu errichten. Sie suchten auch eifrig schoene Grabstaetten fuer ihre Verstorbenen, damit sie einen guten Ausblick haben. Gerade im Sueden Thailands finden wir auf dem Lande in den Regionen des Zinnabbaus noch malerische Grabstaetten, die in "Sesselform" gestaltet sind. Da fuer die Chinesen die Ahnenverehrung ein wesentlicher Bestandteil des Lebens ist, befassen sie sich viel mit dem Tod. Von angenehmen und hochgeschaetzten Dingen werden Nachahmungen aus Papier neben den Graebern verbrannt wie beispielsweise Packen von Geld, damit der Tote die guten Dinge seines ersten Lebens auch im Jenseits hat. Ein wichtiges Wort im chinesischen Sprachschatz ist 'Joss'; es bedeutet Glueck. Da der Chinese schlau ist, ueberlaesst er so etwas Wichtiges nicht dem Zufall: Um das Glueck bei sich festzuhalten, werden die Goetter guenstig gestimmt, boese Geister vertrieben und schlafende Drachen in sanftem Schlummer gehalten.

Die buddhistische chinesische Tempelanlage folgt in Plan und Symbolbezuegen auch in Thailand weniger dem indischen Vorbild als dem traditionellen Schema von Palast- und Grabanlagen heiliger chinesischer Bezirke. Zahl, Gestalt und Anordnung der Bauten sind zwar grundsaetzlich festgelegt, aber im Wandel der Zeiten und nach den Erfordernissen der Lehrmeinungen und Sekten und den Gegebenheiten der Natur ergaben sich mannigfache Abwandlungen.

In der Regel besteht eine Anlage aus breit hingelagerten Bauten von geringer Hoehe, ueberragt von einer Pagode und umgeben von einer Mauer; die Gebaeude und Gebaeudegruppen werden oft von Wandelhallen abgegrenzt oder durch sie verbunden. In den Hoefen stehen nicht selten alte Baeume, Felslandschaften en miniature werden aufgebaut. Man tritt durch das Grosse Suedtor ein, das oft sehr aufwendig gestaltet ist mit Durchgaengen, Doppeltuersturzen, Konsolgebaelk und Doppeldach. Da der Besucher sich allmaehlich dem Allerheiligsten naehern und alles Weltliche hinter sich lassen soll, sind die Hauptgebaeude vom Suedtor nach Norden hin am Heiligen Weg entlang aufgereit. Das Mitteltor leitet zum inneren Bezirk ueber mit der Halle fuer die vier Weltenwaechter, grimmige Schutzgottheiten, und den Buddha Maitreya. Dieser Buddha, der erst in einigen Tausend Jahren auf der Erde erscheinen wird, wandelte sich zum weithin bekannten, lachenden, dickbaeuchigen 'Liebreichen'.

Die Grosse Halle oder auch 'Schatzhalle des Grossen Helden' ist Buddha als Weltenherrscher gewidmet; er wird meist von Bohisattvas oder Juengern begleitet. Die haeufig maechtigen Statuen auf einer mehrstufigen Terasse erfordern einen grossen Bau, den zumeist ein Walmdach kroent. Das Tempelleben ist fesselnd, aber geheimnisvoll und fuer Aussenstehende kaum verstaendlich: Kerzen, Raeucherstaebchen und Tempelgeld brennen, auf dem Altar sind Speisen und Getraenke ausgebreitet. Glaeubige kommen und gehen, wann es ihnen passt, verbeugen sich vor den Goettern, knien, Bittsteller ziehen nummerierte Stoeckchen aus einem Bambusgefaess, um ein ausgedrucktes Orakel zu erhalten. In unseren Augen ein recht verwirrender und ganz und gar individueller 'Gottesdienst'.

Die Pagode enthaelt die Reliquien, verlor aber allmaehlich an Bedeutung.
Manche Tempel verzichten ganz auf sie. Zunaechst stand sie auf der Zentralachse vor der Halle, dann seitlich, flankierte die Halle, rueckte in den Eingangsbereich oder ganz nach draussen. Trommel- und Glockenturm als massive Torbauten mit aufgesetzten Pavillons beginnen im Eingangsbereich haeufig an Nebenachsen mit weiteren Bauten: Hallen und Pavillons fuer einen weiteren Buddha oder Statuen anderer Gottheiten je nach Kult, fuer Gruender oder Stifter der Anlage, fuer die Bibliothek, Moenchsweihen, Meditationen usw. Von den buddhistischen Tempeln unterscheiden sich Anlagen, die dem Himmels- oder Erdenkult geweiht sind.

Auch jedes chinesische Haus hat seinen Kuechen- oder Hausgott. Bei einem Blick in irgendeinen Laden oder in eine Wohnung sieht man ein 'Goldenes Wandbrett' mit brennenden Gluecksstaebchen und einer Buddha-Figur, daneben meist in stiller Eintracht einen taoistischen Hausgott. Es gibt auch Goetter fuer bestimmte Gewerbe oder Örtlichkeiten. Zu Ehren der Verstorbenen wird eine Ahnentafel angelegt: Ein hohes, schmales, meist lackiertes Holzbrettchen mit dem Namen, dem Titel und heute meist dem Foto des Verstorbenen. Die Tafeln stehen in den Ahnentempeln oder bei aermeren Familien in der Wohnung. Bei den taeglichen Opferzeremonien sind die Seelen der Verstorbenen gegenwaertig.

In Chinatown von Bangkok liegt an der Charoen Krung Road ein besonders schoener Tempel, der Neng Noi Yee. Er hat alle typischen Merkmale. Wer eine modernere Variante bevorzugt, sollte etwa 15 km suedlich von Pattaya das relativ unbekannte Wat Yansangworararam aufsuchen. Die chinesische Gemeinde hat dort eine grosse Palastanlage gestiftet.

 
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