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Hautnah!
Gesundheitswesen

Von Heinz & Rainer Pollmeier
© Fotos Pollmeier
Die Dias zeigen die "Wohnbungalows" der Leprakranken im McKEAN Istitute suedlich von Chiang Mai. Die ganze Anlage wurde renoviert, die 'Huetten' bleiben sozusagen als Museum.

Die Thais sind im Gesundheitswesen ihren meisten asiatischen Nachbarn weit voraus. Fand die westliche Medizin bereits zu Beginn unseres Jahrhunderts in Thailand Zugang, begann man Mitte der 70er Jahre mit der primaeren Gesundheitsvorsorge. Die traditionelle Heilkunst blickt ohnehin auf eine lange Geschichte zurueck, aber auch die moderne Forschung muss sich nicht verstecken.

"Krankenfreibehandlungsscheine" - ein Wort, fast so schoen wie Denglisch - sichern den Ärmsten kostenlose Hilfe. In Thailand kommt auf ca. 7.000 Einwohner ein Arzt, auf 100 Dorfbewohner durchschnittlich ein Gesundheitshelfer; inzwischen wurden mehr als eine halbe Million freiwillige Gesundheitshelfer ausgebildet. Fuer ca. 6.000 Menschen steht eine Krankenstation zur Verfuegung, fuer 750 ein Krankenhausbett.

 

Bei guter Gesundheit
Die durchschnittliche Lebenserwartung der Thais ist 64 Jahre, von 1.000 Kindern vollenden nur 46 nicht das erste Lebensjahr und bei 100.000 Geburten sterben nur 47 Muetter. Wie in den Industrielaendern sind die haeufigsten Todesursachen Herz- und Kreislauferkrankungen. Gezielte Gesundheitsprogramme haben den Gesundheitszustand der Bevoelkerung weit ueber das Niveau sogenannter Entwicklungslaender gefuehrt, aber Statistiken geben nur begrenzte Auskunft ueber die soziale Wirklichkleit.

In Thailand gibt es so gut wie keine Krankenversicherung. Nur zwei Prozent der Bevoelkerung sind als festangestellte Regierungsbedienstete krankenversichert, noch weniger decken ihr Risiko privat ab. Die Behandlungskosten in staatlichen Gesundheitseinrichtungen sind zwar relativ niedrig, bei langwierigen Erkrankungen oder Unfaellen koennen sie aber die Existenz ganzer Familien ruinieren. Thailands soziales Netz ist trotz einiger Aufloesungserscheinungen nach wie vor die Grossfamilie, die sich als Ueberlebensstrategie fuer jeden einzelnen bewaehrt hat...

 

Qualitaetsgefaelle
Thailands Doerfer sind schlecht versorgt; der medizinische Standard zwischen Provinz und Grossstadt hat ein Gefaelle wie zwischen Industrienation und Entwicklungsland. In laendlichen Gebieten kommen 40.000 Menschen auf einen Arzt - eine untragbare Relation. Haben Wohlhabende in den grossen Staedten Zugang zu modernsten Methoden, gibt es nur fuer 20 Prozent der Dorfbewohner eine Chance, in ihrem Gesundheitszentrum richtig behandelt zu werden. Zu viele Medikamente werden verschrieben, unkontrolliert in Apotheken verkauft, doerfliche Quacksalber schroepfen Patienten, so dass sich viele Haushalte wegen einer medizinischen Behandlung bei privaten Geldverleihern fuer 5 - 10% Monatszinsen verschulden muessen.

 

Pilotprojekte
Unzulaengliche Gesundheitsdienste auf der Subdistriktebene, gefaehrliche und teure Übermedikalisierung ausserhalb aerztlicher Kontrolle und das Risiko ploetzlicher, hoher Behandlungskosten sind ungeloeste Probleme. Die Deutsche Gesellschaft fuer Technische Zusammenarbeit (GTZ) engagiert sich deshalb in zwei Projekten: Heilpflanzen sollen verstaerkt produziert und genutzt und ein doerfliches Krankenversicherungssystem eingefuehrt werden.

Das Heilpflanzenprojekt konzentriert sich auf fuenf Pflanzen in fuenf Distrikten. Bei zwei Pflanzen steht nach klinischen Versuchen und Laboruntersuchungen fest, dass sie keine schaedlichen Nebenwirkungen haben und genauso wirksam sind wie die synthetischen Medikamente, aber nur die Haelfte kosten. In den Zieldoerfern hat sich der Anbau deutlich verstaerkt, das Pilotprojekt wurde abgeschlossen. Die Produkte werden auch in Krankenhaeusern und Gesundheitsstationen haeufiger eingesetzt.

 

Das Versicherungsprojekt richtet sich auf die Provinz Chiang Mai mit ihren rd. 1,5 Mio Einwohnern. Eine Gesundheitskarte fuer ein Jahr im Gegenwert von etwa 15 Euro berechtigt bis zu fuenf Familienmitglieder zu insgesamt sechs Behandlungen mit einer Kostenbegrenzung auf etwa 500 Euro. Ein Dorfkomitee verkauft die Karten, braucht die Praemien aber erst am Ende des Versicherungsjahres abzufuehren. Die Einnahmen koennen gewinnbringend angelegt werden. Die Kombination von Krankenversicherung und Dorfentwicklungsfonds ist attraktiv. Die Fonds machen bis zu 25% Gewinn, 10 Prozent der Bevoelkerung sind bisher der Versicherung beigetreten.

 

Lepra fast besiegt
In der Naehe von Chiang Mai wird seit knapp einem Jahrhundert ein anderes medizinisches Pojekt mit viel Erfolg betrieben. Das McKean Rehabilitation Institute stellt gewiss keine touristische Attraktion dar. Und die kleine Insel Ko Klang am Ping Fluss etwa 7 km suedlich der Stadt bietet dem Besucher nichts Spektakulaeres wie einen Nationalpark mit Wasserfaellen oder Flossstrecken, das Dorf birgt keine kunsthistorischen Schaetze und die Dorfbewohner gehoeren nicht zu jenen fotogenen Bergstaemmen, die sich vor Touristen kaum noch retten koennen. Aber wer einmal abseits des Touristenrummels einen tiefen Einblick in menschliches Leid und die Wirkung aufopferungsvoller Hilfe werfen moechte, sollte die Leprastation nicht versaeumen, die als Modelleinrichtung weltweiten Ruf geniesst.

 

Thailand gilt in Suedostasien als fuehrend bei der Behandlung Leprakranker mit der wirksamen "Multiple Drug Therapy", bei der mehrere Medikamente in abgestimmter Dosierung gegeben werden. Verschwinden die typischen Krankheitszeichen dieser chronischen Infektionskrankheit, Flecken, Papeln und Knoten an der Haut mit Nervenbefall, und kehren auch nach Absetzen der Therapie ein bis zwei Jahre spaeter nicht zurueck, spricht man vom Behandlungserfolg einer Erkrankung, die sich oft ueber viele Jahre erstreckt. Das Lepravorkommen reduzierte sich in den letzten Jahren nach Angaben der Gesundheitsbehoerden von 5 auf 0,24 pro Tausend der Bevoelkerung. Weltweit leiden in den Tropen und Subtropen zwischen 12 und 20 Mio Menschen an dieser, wegen ihrer verheerenden Entstellungen seit Menschengedenken stigmatisierten Seuche. Auch in unseren Breiten mussten sich die Kranken, die in elenden Huetten weit vor den Toren mittelalterlicher Staedte in Leprosorien, ihren Asylen, hausten, mit Leprarasseln bemerkbar machen, wenn sie zum Betteln auszogen.

Die Anfaenge der Lepraarbeit in Thailand reichen bis ins fruehe 20. Jh. zurueck, als von US-amerikanischen Presbyterianern auf der isolierten Flussinsel eine Kolonie von Aussaetzigen uebernommen wurde.
Dr. McKean entwickelte auf diesen 90 ha das bedeutende Behandlungs- und Rehabilitationzentrum, das heute von der protestantischen "Church ofChrist in Thailand" gefuehrt wird. Das Konzept beschraenkt sich nicht auf medizinische Betreuung, sondern versucht, auch geheilten Patienten eine soziale Reintegration zu ermoeglichen - angesichts immer noch verbreiteter Vorurteile ein schwieriges Unterfangen. In Siedlungsgemeinschaften, sogenannten Resettlements, werden McKean-Patienten eine neue Heimat und Lebensbasis gegeben.

Mu Ban Chi Vit Mai ist z.B. ein solches Dorf und gleichzeitig ein gutes Beispiel dafuer, wie verschiedene weltweite Hilfsorganisationen in der Lepraarbeit sinnvoll kooperieren. Das Deutsche Aussaetzigen-Hilfswerk foerdert seit ueber dreissig Jahren die Leprabekaempfung in Thailand und hat dazu beigetragen, dass Leprakranke heutzutage ohne Diskriminierung mit anderen Patienten bis auf wenige Ausnahmen im allgemeinen Gesundheitsdienst behandelt werden.

 

Das McKean-Institut wird modernisiert, ein neues Krankenhaus entsteht. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und durch die alten Anlagen spaziert, die, wenn auch nunmehr unbewohnt, nicht ganz dem Verfall preisgegeben sind, wird recht nachdenklich und ist sicher geneigt, einem leproesen Bettler am Nachtmarkt von Chiang Mai ein paar Baht mehr in den Becher zu werfen. Man ist ,von Staats wegen' um das Image der Touristenstadt besorgt; die Polizei geht streng gegen das Betteln vor. Also revanchieren Sie sich: Ihre Spende geht ohne Verwaltungskosten ? die oft bis zu 70% Ihrer Gabe betragen - direkt ins Herz der Armut!

Als Tourist muessen Sie sich in Thailand bei Erkrankungen keine Sorgen machen. Wie schreibt unser Freund Horst Buch in ,Reisen in Thailand': "Thailaendische Krankenhaeuser haben weltweit einen hervorragenden Ruf. Hotelqualitaet und ein aufmerksamer Service ergaenzen den hohen medizinischen Standard. Hochqualifizierte Ärzte und Technologien auf dem letzten Stand stehen zur Verfuegung. Ob der jaehrliche Gesundheits-Check oder eine groessere Operation - man ist in den allerbesten Haenden mit einem Service, der Europaeern im Krankenhausbereich voellig unbekannt ist, und dies zu sehr angemessenen Kosten."

 
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