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Hautnah!
Worum geht's?: heiraten und geheiratet zu werden

Ein Artikel von Dieter Kandler von Bangkok, Thailand fuer Singles

Frauen heiraten, Maenner werden geheiratet.
Daran gibt es keinen Zweifel. Waehrend die Frauen wissen, was sie wollen, ist es eine schwere Aufgabe fuer einen Mann, weil Frauen behaupten, es muesse fuer die Ewigkeit und einen Tag sein, wenigstens.

In Thailand ist die ganze Sache sehr flexibel organisiert, wenn auch das Grundsaetzliche gleich bleibt: Thailaenderinnen heiraten fuer die Ewigkeit, Thailaender werden geheiratet.Wenn ein Thailaender verheiratet ist, dann hat er eine mia (luang) eine (Haupt) Ehefrau und keiner runzelt die Stirn - ausser der mia freilich - wenn er noch mia noi (Frau klein), Frauen nebenbei hat, solange es nicht mehr als drei sind, wird gesagt.

Was mich betrifft so ist die Sache sehr verdaechtig fuer meine Thai Lady. Ab und zu behauptet sie voller Argwohn auf Thai- Englisch: 'You have why!' You have a wife! Du hast eine Frau! Kann sein, kann auch nicht sein, wen interessiert das schon? Sie interessiert es! Einmal nach einem 'Spaetfilm' forderte sie mich ganz ploetzlich auf: Heirate mich! in englischer Sprache! Natuerlich war ich ueberrascht. 'Ach, komm schon. Das ist nicht moeglich. Du bist so jung und schoen, und ich bin ein haesslicher alter Mann!' Sie diskutierte das nicht. Sie sagte nicht: 'Das stimmt doch nicht. Du bist kein haesslicher alter Mann!' 'Mai pen rai, das macht ueberhaupt nichts.' das ist es, was sie antwortete. Es war ein ganz netter Versuch, und es war nicht ihr letzter. In dieser Hinsicht sind Ladies ueberall auf der Welt sowohl beharrlich als auch dickkoepfig.

Lange musste ich nicht auf ihren naechsten Versuch warten: Yak dja pop kan poh-mae mai? Moechtest du meine Eltern treffen? Nach einigen 'Ach, ich weiss nicht', 'Glaubst du, das ist eine gute Idee?' und 'Ist das wirklich notwendig?' hatte sie mich am Haken sowie ich antwortete 'Warum eigentlich nicht?' als wir an der Ecke Soi 13/ Sukhumvit mit ihren Freundinnen und einigen geleerten Flaschen Chang Elefant Bier sassen, aber wir wissen natuerlich alle, dass es letztlich meine Entscheidung war.

Meine Thai Lady war ganz begeistert und erzaehlte die Neuigkeit sofort ihren Freundinnen, waehrend ich mir schon ueberlegte, was ich den Familienmitgliedern als Gastgeschenk mitbringen sollte. Eine Strassenverkaeuferin, die riesige Plueschtiere an einem langen Stock auf ihren schwachen Schultern trug, tauchte auf. Meine Lady sagte kein Wort, aber sie starrte auf einen riesigen Teddybaeren wie ein Karnickel auf die Schlange. Nun, ich verstand, und ich kaufte den Baeren fuer ihren Sohn. Das Plueschtier war beinahe so gross wie meine Lady. Genau in der Sekunde, in der sie den Baeren im Arm hielt, hatte sie mich vergessen. Sie presste ihn an sich, sie liebkoste und verhaetschelte ihn, waehrend ich mich einsam und verlassen meinem Elefant Chang Bier zuwenden musste.

Wir nahmen einen Bus mit Klimaanlage nach Surin. Es war 2.00 Uhr morgens als der Busfahrer ploetzlich mitten auf freiem Feld anhielt, damit wir von Bord gehen konnten: Es war dunkel, kein Baum, kein Haus, keine Bus- Station, kein Bier, nichts ausser mir, dem farang mit grossen Gepaeck und einer Thai Lady mit einem noch groesseren Baeren. Djai yen, nur keine Panik. Nach acht Stunden in dem Ueberlandbus wollte ich mehr als Staub unter meinen Fuessen und in meiner Kehle. Tii nii tam arai? Was machen wir denn hier? Sie hielt den Baeren umarmt wie einen Liebhaber und sie laechelte gnaedig auf mich, ihren Gepaecktraeger herab: Koi noi! Warte halt! Warte und sehe, sagt man. Ich wartete, aber ich sah nichts. Meine Thai Lady verbrachte eine grossartige Zeit mit ihrem neuen Fan, waehrend ich nach einer halben Stunde begann, eine Fata Morgana zu erblicken: reflektierende Lichter auf zwei Flaschen Chang Bier. Von irgendwoher tauchten zwei Motorradfahrer auf. Meine Lady hielt die Motorraeder an, und nach einem Schwaetzchen und einigen Baht stimmten die Fahrer zu, uns zum naechsten oertlichen Busbahnhof zu bringen. Ritter in der Nacht: Der erste mit einem farang und grossem Gepaeck, der andere mit einer Thai Lady, die einen uebergrossen Teddybaeren im Arm hielt.

An dem Busbahnhof warteten einige verlorene Reisende auf die Moeglichkeit, ihre Fahrt fortzusetzen, und dass etwas geschehen moege, was sie zu Hause erzaehlen koennten. Und es geschah: eine schoene zierliche Thai Lady mit einem riesigen Baeren im Arm kam an. Wie interessant! Wie aufregend! Jedermann wandte seine Aufmerksamkeit auf das Baerenfell, keiner bemerkte den armen, durstigen Gepaecktraeger.

Zwischenzeitlich hatte ich alles verloren: Die Hoffnung, in naechster Zukunft ein Bier zu bekommen, die Zuneigung meiner Thai Lady und die Faehigkeit zur Kommunikation. Alle benutzten die kambodianische Sprache: Khmer. Zufaellig bemerkte meine Lady mich doch einmal. Sie wandte sich mir zu, laechelte ihr gnaediges Laecheln und sagte - den Monster- Baeren immer noch umschlungen haltend: 'Srull srull!' den kambodianischen Ausdruck fuer sanug dii, ein Mordsspass.

Endlich fuhr ein Pick-up Truck vor. Etwa 10 Verwandte von ihr hiessen sie und den sie begleitenden Baeren herzlich willkommen und mich beilaeufig. Wir bestiegen den Truck und die Gesellschaft, die sich bestens auf kambodianisch unterhielt und lachte, wurde zu einem in der Naehe liegenden Markt gefahren.
In einer soi Gasse liessen sie mich allein in der Dunkelheit mit dem Truck und dem Baeren. Etwa 10 Leute gingen 10 Mal zum Markt und dann zum Truck zurueck und brachten knackiges Gemuese, prozentige Getraenke, rohes Fleisch, getrockneten Fisch, duftende Gewuerze, alles um sicherzustellen, die naechsten paar Stunden zu ueberleben, denke ich.

Wir bestiegen wieder den Truck. Jetzt war es schwierig, bei all den Lebensmittel einen Platz zum sitzen zu finden. Wir benoetigten etwa 90 Minuten, um zu ihrem Heimatdorf zu kommen, und ich dachte tatsaechlich, sie sei aus Surin! Obwohl es fruehmorgens war - die Sonne ging gerade auf - warteten alle Dorfbewohner auf uns, all die Tanten, Onkels, Schwestern, Brueder, poh und mae, Vater und Mutter. Sie boten mir die Hand zum Gruss, Willkommens- Laecheln und eine Flasche mit lao khao, weissen Reis- Schnaps, Marke 'Geschmolzene Lava', glaube ich. Spaeter fluesterte mir meine Thai Lady ins Ohr, trinkt man lao khao ist das hilfreich beim Baby- machen. Sie hat 5 Schwestern und 3 Brueder! Noch so ein Versuch?

Der Sohn meiner Thai Lady tauchte auf mit einem kreischenden Huhn in einer Hand. Die andere Hand benoetigte er, dem farang zu demonstrieren, wie man ein Land- Huhn mit der Handkante schlachtet. Das war nicht das, was ich mitbekommen wollte, jetzt eher schon 'Wo ist der lao khao, der weisse Reis- Schnaps geblieben?' Der  coole Junge, so etwa 8 Jahre alt, murkste erst den Vogel ab, und dann sagte er Hallo zu seiner Mama und zu mir in einem Dialekt, den ich nicht verstand. Er schnappte sich den Baeren, der groesser war als er, und war von nun an die Attraktion fuer alle jungen Maedchen in der Nachbarschaft.

Da es eine Kurzgeschichte ueber 'heiraten' und 'geheiratet werden' bleiben soll, werde ich nicht ueber alle Probleme schreiben, denen ich mich gegenueber sah, sondern nur von einem.

Nach der Willkommens- Tour fragte ich meine Lady, wo ich das Gepaeck unterbringen koennte, und wo sich Schlafzimmer und Bad befaenden, und so weiter, aber das war nicht so einfach in einem Haus ohne Tueren. Das Bett stellte eine Matratze dar, die einfach mitten auf dem Boden lag. Nun hatte ich ganz sicher ein Problem.
Jahre zuvor hatte ich gelesen, dass James Bond nie einen Pyjama trug, und so ziehe ich es auch vor. Wenn ich schlafe habe ich allenfalls das Radio an. Mai pen rai, macht doch nichts. Meine Lady entkleidete mich hinter einem Schrank, ueberreichte mir einen sarong, ein farbenfrohes Stueck Stoff, zeigte mir, wie man es knotete und zog mich wie einen typischen Dorfbewohner an: man traegt in diesem Jahr ein breites Laecheln und so eine Art Rock um die Huefte. Als ich zu der wartenden Gesellschaft zurueckkehrte war ich mit meinem nackten Oberkoerper von nun an die Attraktion fuer alle aelteren Ladies in der Nachbarschaft. Nicht etwa weil ich so ansehnlich bin, sondern wegen der weissen Haut.

Die Dorfbewohner haben einen dunkel- braunen Teint, und sie moegen das ueberhaupt nicht. Ich liebe zum Beispiel meine Thai Lady auch deswegen, weil sie so wunderschoen knackig schokoladenbraun ist. Das Gras ist immer gruener auf der anderen Seite des Zaunes.Die Ladies laechelten mich an, sie beruehrten mich und sie boten mir immer wieder lao khao an, den weissen Reis- Schnaps, eine nach der anderen. Und eine nach der anderen band mir eine weisse Schnur um das Handgelenk und auch um das Handgelenk meiner Thai Lady. Das ist fuer chock dii, viel Glueck sagten sie und laechelten so eigentuemlich.

Als wir genug lao khao hatten nahm meine Thai Lady mich beim Arm und fuehrte mich zu einem freien Feld: Bau mir ein Haus! sagte sie auf englisch. Sie musste diesen Satz vorher auswendig gelernt haben. Es war keine Bitte, kein garuna, sondern eine deutliche Aufforderung, und sie wartete die Antwort gar nicht erst ab. Ihr dritter Versuch!

Jetzt muss ich also Geld besorgen, um ihr ein Haus zu bauen, und ich muss herausbekommen, was es mit den weissen Schnueren auf sich hat, denn als wir nach Bangkok zurueckkehrten gratulierten mir die Leute: Frohe Flitterwochen! Aber wer hat wen geheiratet? Heirateten mich alle Frauen, die mir ein weisses Band um das Handgelenk gebunden hatten, all die Frauen hoch in den Achzigern mit schwarzen Zaehnen, wenn sie denn welche hatten und mit den hell-rot schaeumenden Lippen, weil sie staendig eine selbstgemachte Mischung aus Blaettern und Wurzeln kauten und ausspuckten?

Oder heiratete mich meine Thai Lady und ich weiss es nicht? Bin ich ein Polygamist?

Chuai duai! Hiiiilfe!!!!

Wir danken Dieter Kandler von Bangkok, Thailand fuer Singles ;) !!!

 
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