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Hautnah!
Im Bannkreis der Religionen
Im Bannkreis der Religionen
Von Heinz & Rainer Pollmeier

In Vietnam erwiesen sich die Amerikaner als unwissend gegenueber einer Welt, die sie verteidigen wollten, ohne sie zu begreifen. So hat der weisse Mann fast immer den vielfaeltigen Religionen Asiens verstaendnislos gegenuebergestanden. Auch moderne Reisende werfen die Religionen durcheinander und verquicken sie mit Stammesbrauchtum, magischen Praktiken und Geisterglauben.

Die Hochkulturen Suedostasiens wurden stark von Indien und China her beeinflusst. Insbesondere die indische Ausstrahlung vergleichen Autoren mit der Hellenisierung des Mittelmeerraumes durch die Griechen. Dabei praegten hinduistische und buddhistische Glaubensvorstellungen Kultur, Kunst, Literatur, Schrift und soziale Strukturen. Beide Lehren wurden seit der Zeitenwende mehr oder weniger gleichzeitig und in friedlicher Form verbreitet. Lokale Besonderheiten oder einzelne Koenige bestimmten, welche Religion jeweils dominierte. Im heutigen Suedthailand herrschte beispielsweise vom 8. bis 13. Jh. der Hinduismus vor, waehrend die Mon in Mittelthailand streng buddhistisch waren. Im Khmer-Reich ueberwog der Hinduismus. Aus dem Zusammentreffen beider Religionen und den Glaubensvorstellungen, die vor der Indisierung bereits vorhanden waren, ergaben sich vielfaeltige Mischformen (Synkretismus).

Der Hinduismus und seine Gottheiten
Der Hinduismus nimmt ein in sich selbst existierendes, unpersoenliches kosmisches Prinzip an, eine Kraft, die Brahman genannt und philosophisch als nicht beschreibbar und formfrei bezeichnet wird. Seit eh und je werden jedoch, aus uebernommenen religioesen Relikten Kultfiguren und Symbole verehrt, die dem Beduerfnis der Glaeubigen entsprechen. Bei uns wurden im Christentum analog 'heidnische' Braeuche 'veredelt'. Verschiedene Goetter und Goettinnen und ihre Wiedergeburten beleben das hinduistische Pantheon.

Wesentlichen Einfluss auf Suedostasien uebten der zur Askese neigende Shivaismus und der Vishnuismus aus: Gott Shiva verkoerpert den ewigen Kreislauf von Schoepfung, Vernichtung und Neuerschaffung. Er traegt oft ein drittes Auge auf der Stirn, das goettliche Potenz und Allgegenwaertigkeit ausdrueckt. Die Haare sind zu einzelnen Zoepfen geflochten, die auf dem Kopf hoch aufgetuermt, in Schleifen nach unten fallen; er traegt hin und wieder einen Schnurrbart. Shiva ist der Gott aller Tiere, sein mythisches Reittier durchweg der Stier Nandi. Seine goettliche Gefaehrtin heisst u.a. Parvati, Durga, Uma oder Shakti. Haeufig wird er in Form des Linga verehrt; das phallische Symbol wird im Zentrum des Tempelheiligtums aufbewahrt.

Vishnu ist der Erhalter und Beschuetzer des Universums, soll es vor grossem Unheil bewahren. So kann er auch als Kriegsgott verstanden werden und Waffen in den Haenden halten. Brahma, der Schoepfer aller Wesen und die Gestaltwerdung des Absoluten, war urspruenglich die oberste Hindu-Gottheit. Sein Reittier ist der mythische 'Gans'-Vogel Hamsa. Brahma wird mit vier Gesichtern dargestellt, die seine Allgegenwaertigkeit verkoerpern. Die synkretistische Gottheit Harihara vereinigt in sich Aspekte und Kraefte Shivas und Vishnus. Bei Kultbildern gehoert die rechte, glueckverheissende und wichtigere Seite Shiva, die linke Vishnu. Auf der Stirn ist die Haelfte von Shivas drittem Auge eingraviert, sind Haende vorhanden, so halten sie die jedem der beiden Goetter zugeordneten Attribute.

Der Buddhismus
Der Buddhismus, um 560 v.d. Zw. in Nordindien entstanden, ist urspruenglich eine goetterfreie Philosophie, verspricht kein ewiges Leben, sondern ein ewiges Nichts; das Nirwana als Tod aller Beduerfnisse steht jenseits von Gut und Boese.

Im geschichtlichen Wandel und unter Einfluss vorhandener Glaubensvorstellungen spaltete er sich: Im Mahayana-Buddhismus wurde der historische Buddha in den Status eines Gottes erhoben; auch mindere Gottheiten werden angebetet. Der Hinayana-Buddhismus, der die urspruengliche Lehre reiner erhaelt, wird heute meist als Theravada- oder auch als suedlicher Buddhismus bezeichnet. Diese strengere, konservative Form betont Weisheit, praktische Einsicht, persoenliche Anstrengung und Bemuehen, die Erleuchtung ohne Hilfe von aussen zu erlangen.

Die nordoestliche Variante Mahayana - Grosses Fahrzeug - hat sich stark veraendert. Die Erloesung von Leiden kann eher durch Glaube und Hingabe erreicht oder durch Wesen, Bodhisattvas, vermittelt werden, die kurz vor dem Buddha-Zustand sind. Er vermischte sich noch mit tantrischen (geheimen) Vorstellungen, die eine Vielfalt glaubenspraktischer Wege anbieten, um Erloesung zu erlangen. Der Mahayana-Buddhismus fand in Tibet in der Form des Lamaismus, in der Mongolei, Korea, Japan und China - von dort mit der Zuwanderung der 'Übersee-Chinesen' in der Diaspora Suedostasiens - seine Hauptverbreitung und praegte die annamitische Kultur in Vietnam, vermischt mit Glaubensrichtungen wie Taoismus und Konfuzianismus. Burma, Thailand, Laos und Kambodscha werden vom Theravada-Buddhismus bestimmt; diese Glaubensform verbindet sie mit Sri Lanka (Ceylon).

Der Buddhismus kann mit anderen Glaubensrichtungen koexistieren. Darum geht es in seinem Pantheon mit Goettern und Geistern recht bunt zu. Ähnlich wie im Hinduismus sind figuerliche Darstellungen in all ihren Details fixiert:
Haltung, Embleme, Farben und Ausdruck sind genau vorgeschrieben, die Figuren haben ein strenges Masssystem, nach dem sie entworfen werden muessen.

Der Buddhismus verbreitete sich sowohl auf den Karawanenstrassen der Sandmeere als auch auf den Routen der Ozeane. Aber stellen wir uns das damalige Indien
nicht als ein Land der Mystiker und verzichtbereiten Nirwana-Glaeubigen vor! Die Inder machten sich als tuechtige Haendler und nicht minder tuechtige Seefahrer auf den Weg, um die Dinge zu holen, die sich gegen Gutes, mit dem Profil der Caesaren gepraegtes Gold so teuer verkaufen liessen, dass Plinius d. Ältere sich stoehnend ueber den grausamen Aderlass beklagte, den sie Rom beibrachten.

Islam
In Inselindien, Malaysia und Suedthailand hat der Islam mit einigen Ausnahmen das Erbe von Hinduismus und Buddhismus angetreten. Indische, arabische und persische Kaufleute verbreiteten den Islam bereits im 7. Jh. Grundlage ist der Glaube an Allah als alleinigen Gott, dessen Prophet Mohammed ist. Allah ist Schoepfer, Erhalter und Erneuerer aller Dinge. Sein Wille, dem sich der Mensch zu unterwerfen hat, wird im heiligen Buch, dem Koran, ausgedrueckt. Der duale Charakter des Islam - es gibt keinen Widerspruch zwischen weltlicher und religioeser Macht, zwischen gesellschaftlichem Sein und religioesem Bewusstsein - war den damals bestehenden Religionen ueberlegen.

Der suedostasiatische Islam ist toleranter und weniger von puritanischem Ernst bestimmt als im Vorderen Orient. Fuer das Fehlen der Verschleierung und der freieren Stellung der Frau beispielsweise sind nicht nur Klima und Umwelt der Tropen verantwortlich. Jahrhunderte hinduistischer und buddhistischer Geschichte haben diese Religion 'entschaerft'. Viele Einfluesse vorislamischer, vorhinduistischer und -buddhistischer Zeit konnten ueberleben. So ist es nicht erstaunlich, dass das islamische Indonesien das gleiche Staatswappen fuehrt wie das buddhistische Thailand: Symbolfigur ist der Himmelsadler Garuda, ein Reittier des Hindu-Gottes Vishnu. Die thailaendischen Koenige gelten als Inkarnation Vishnus auf Erden.

Animismus
In allen Hochreligionen leben aeltere, animistische Traditionen und Tabus fort. Sie sind mit Ahnen- und Schamanenkulten, Saat- und Ernteriten, Beschwichtigungen von Naturgeistern sehr eigenstaendig und entwickeln beachtliche kuenstlerische Ausdrucksformen. Übernatuerliche Wesen, Geister, Feen und Gespenster spielen in vielen Lebenssituationen eine Rolle und werden nicht als Widerspruch zu dominierenden Religionen begriffen. So finden wir selbst in der Weltstadt Bangkok die kleinen bunten Haeuschen fuer den 'Phi', der die boesen Geister fernzuhalten hat.

Manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir ihm verstohlen ein kleines Blumenopfer darbringen. Und warum haengen sich rational denkende 'Heiden' ganz automatisch Jasmin-Girlanden in den Mietwagen?

 
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