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Kurz notiert
Greenpeace buddhistisch

Greenpeace buddhistisch
Von Heinz & Rainer Pollmeier

Das traditionelle Holzexportland Thailand leidet heute unter Holzmangel und wurde Nettoimporteur. Waren 1950 noch 66% der Staatsflaeche mit Wald bedeckt, schuert das rapide Abholzen existentielle Ängste, die unseren Sorgen um den Treibhauseffekt entsprechen.

Waelder sind knapp geworden wie in weiten Teilen Europas und machen nur noch etwa 10% der Landesflaeche wie in den Beneluxstaaten, Irland oder Grossbritannien aus. Deutschland liegt im internationalen Vergleich mit etwa 30% Wald geringfuegig unter dem globalen Durchschnitt.

Thailand hatte bereits 1985 durch Einschlag und Rodungen fuer die Ausweitung der landwirtschaftlichen Anbauflaechen mit 3,2% jaehrlich die staerkste Entwaldungsquote in Suedostasien. In konkreten Zahlen waren 1985 nur noch 9,2 Mio ha, 18% der Landesflaeche forstlich nutzbarer und oekologisch schuetzenswerter Primaerwald. Neupflanzungen beschraenkten sich lange auf das vom Forstdienst betreute Teak-Holz. Versuche mit Eukalypten und Kiefern hatten fatale Nebenfolgen, die erst durch den Kitti-Skandal an das Licht der Öffentlichkeit gerieten.

Als mit der Naturkatastrophe vom Nov. 1988 heftige Monsunguesse auf den Sueden Siams niedergingen, Wassermassen nicht mehr von Waeldern gebremst wurden und mehr als 700 Menschen in den braunen Fluten umkamen, daemmerte der aufgeschreckten Öffentlichkeit durch die Rache der ausgebeuteten Natur, dass Wald nicht nur zum Abholzen taugt. Das koenigliche Dekret vom Jan. '89 stoppte die kommerziellen Holzfaellerarbeiten. Aber die Holzfirmen stillen in den Nachbarlaendern Laos und Burma ihren Hunger durch Kahlschlag oder setzen die Waldvernichtung mit kriminellen Methoden unter erhoehten Kosten fort.

Das koenigliche Forstdepartment kann das Faellverbot nicht durchsetzen. Die Mittel und Moeglichkeiten fuer eine wirksame Bekaempfung der hochmotorisierten und modern bewaffneten Waldfrevler fehlen. Die Suan Kitti Reforestation Company - der Eigentuemer war Senator Kitti, Mitglied des Oberhauses und wirtschaftspolitischer Berater des damaligem Premierministers - hatte ges etzlich geschuetzte Waldreserven abgeholzt, um das Brachland wiederaufzuforsten. Nun entwalden die Firmen mit noch uebleren Tricks: Bewaffnete Holzfaeller schlagen die wertvollen Baeume, den Dieben folgen landlose Bauern - sqatter - die von den Firmen oder Agrarunternehmern (Zukkerrohr, Cassava, Ananas) und Grossfarmern angestellt werden. Das Restholz wird als Brennholz oder Holzkohle nach Bangkok befoerdert, eine letzte Brandrodung bereitet ihre Felder vor. Nach der "spontanen" Pioniersaufschliessung uebernehmen Grossbauern nach wenigen, vorher vereinbarten Jahren das Land oder Wiederaufforstungsfirmen kaufen als profitable Variante der Waldzerstoerung die Rodungsflaechen. Die "Pioniere" beginnen erneut freiwillig oder unter Druck - Leichen saeumen ihren Weg - am Waldrand zu roden.

Die Umweltschuetzer in Thailand sind - genauso wenig wie ihre Gesinnungsfreunde in Europa - noch keineswegs ueberzeugt, bedenkenlose und korrupte Machenschaften des lukrativen Holzgeschaeftes zu unterbinden, denn solange es Waelder gibt, bleiben die Probleme. Aber sie werden in den letzten Jahren von einer Seite unterstuetzt, die man am allerwenigsten erwartet hat - von buddhistischen Moenchen.

Buddhadasa Bikkhu - Slave des Buddha - lehrt: "Das Nirwana, die Erleuchtung, liegt nicht im Jenseits, wir sind allzulange der falschen Interpretation gefolgt. Erleuchtung ist nicht nur das Privileg der Moenche, jeder kann sie erwerben." "Der wahre Einsiedler lebt in dieser Welt." Buddhahasa Bikkhu verliess als junger Mann seinen Orden und gruendete in der Naehe seiner Heimatstadt Chaiya das weltberuehmte Kloster Suan Moke, den Garten der Erloesung, erneuerte und belebte den Buddhismus 'weg von der Weltflucht, hin zu den Menschen' und beeinflusste viele Schueler. Das Zentralgebaeude ist in Schiffsform wie ein Mississippi-Raddampfer gebaut und symbolisiert das Hinuebergleiten ins Nirwana. Buddhahasa Bikkhu legte die geschraubte Ritualsprache ab und schaute - vergleichbar mit Martin Luther - "dem Volk auf's Maul". Er hat die Moenche wieder unter die Leute geschickt - nicht zum Predigen. Sie sollten lernen, was den Menschen in den Doerfern fehlt, die unter der Modernisierung nach kapitalistischen Ideologien, unter Kommerz, Werbung und 'geheimen Verfuehrern' verarmt sind.

Seine Moenche wurden Bauern, Dorfplaner, Bewaesserungsexperten und gar Politiker. Sie warteten nicht auf die Brosamen vom Tisch der Reichen und Maechtigen in Bangkok, sondern erweckten die verschuetteten Kenntnisse und Faehigkeiten in den Doerfern, denn mit den zum Selbstzweck erstarrten Kloestern war auch die Eigeninitiative der Landbevoelkerung verkuemmert. Heute sind in Thailand viele Doerfer wieder lebendige, gruene Oasen in der von Profitgier entstellten und durch Erosion erstarrten Landschaft.

Wenn die gelbe Robe an sich schon 50% Glaubwuerdigkeit verleiht, gewannen die Moenche im Volk den Rest durch ihr beispielloses Vorbild. Maschierten die Holzfaeller auf - und damit sind wir wieder beim Thema - um die Gemeindewaelder zu vernichten, ordinierten seine Moenche die Baeume und legten ihnen gelbe Roben an., praktisch eine buddhistische Variante von Greenpeace. Touristen werden diesen verzweifelten Kampf gegen die Umweltzerstoerung - und es sind ja nicht nur die Waelder - kaum spueren, aber wenn man von Chiang Mai, der hektischen Metropole des Nordens, nach Lamphun, der charmanten und uralten, einst von rechteckigen Mauern und Wassergraeben umgebenen Stadt am Maenam Khuang faehrt, faellt ins Auge, dass die Moenche den wunderbaren alten Baeumen der dem modernen Verkehr nicht mehr gewachsenen Allee Roben angelegt haben. Wohl kein Holzfaeller wird es wagen, sich an diesen Teakholzstaemmen zu vergreifen, denn er wuerde - im uebertragenen Sinne - Hand an einen Moench legen, eine Todsuende im Buddhismus.

Jack Kornfield hat den Ehrwuerdigen Ajahn Chah, einen Meister der Waldtradition, einmal gefragt, ob ein Unterschied bestehe zwischen dem Geist der Asiaten und dem der Abendlaender. Die Antwort des Lehrers lautete: "Grundsaetzlich gibt es keinen Unterschied. Äussere Sitten und die Sprache moegen verschieden scheinen, aber der menschliche Geist hat natuerliche Eigenschaften, die bei allen Menschen gleich sind. Begierde und Hass sind dieselben in einem oestlichen und einem westlichen Geist. Das Leiden und das Ende des Leidens sind fuer alle Menschen gleich."

Der besondere Tipp:
Im Wat Suan Moke werden 10 Tage lang Kurse in Dhamma Meditation mit Rede-, Lese-, Schreib-, Rauch- und Alkoholverbot abgehalten, zur Zeit 600,- Baht fuer Mahlzeiten und einfache Zellen. Bei guten Englischkenntnissen wird viel Verstaendnis fuer Thailands Religion und Kultur geweckt.

 
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