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Orchideen - Thailändische Nationalpflanzen

Orchideen - Thailaendische Nationalpflanzen
Von Heinz & Rainer Pollmeier

Orchideen umgibt das Flair des Geheimnisvollen und der Exotik. Sie waren die ersten Pflanzen, die nur um ihrer Schoenheit wegen gepflegt wurden. Thailand hat allein 1.000 wildwachsende Arten - kein Wunder, dass sie zu Nationalpflanzen geworden sind.

Im ganzen Land sieht man kein Haus, an dem nicht wenigstens ein Topf mit Orchideen haengt. Die Zucht von Hybriden ist nicht nur ein populaeres Hobby, sie wurde ein bluehender Geschaeftszweig. Kaum ein Flugzeug verlaesst Bangkok, das nicht einige der charakteristischen langen Kartons mit Schnitt-Orchideen oder ganzen Pflanzen mit sich fuehrt. Fuer Liebhaber ist der Blumenmarkt in Thevet ein einzigartiger Genuss, aber man kann auch ohne weiteres Gaertnereien in Bangkok oder Farmen besuchen, die Orchideen fuer den Export zuechten. Sie liegen meist in Thonburi oder an beiden Seiten der Schnellstrasse zum Flugplatz. Eine der groessten Firmen ist T. Orchids an der 30/71 Suthisarn Road in Ithamara. Besucher sind gern gesehen; sie koennen sich robuste Exemplare fuer die eigene Fensterbank aussuchen, denn auch aus unseren Breiten werden viele anpassungsfaehige Arten in die Zucht einbezogen. Sie ergeben eine faszinierende Bluetenpracht zu erstaunlich guenstigen Preisen.

Orchideen sind Weltenbummler
Orchideen sind mit 30.000 Arten neben den Korbbluetlern die groesste Pflanzenfamilie. Dazu kommen 100.000 Kreuzungen. Sie nutzen in den Tropen wie Bromelien, Tillandsien und viele Farne ihre Wirtsbaeume als Unterlage und heissen daher Epiphyten (griech. epi phyton = Überpflanze). Sie klammern sich mit ihren Luftwurzeln an der Rinde fest, ernaehren sich von den modernden Partikeln, von Regenguessen und einfallendem Licht. Die Gattungen und Arten in Europa, genauso bescheiden und anspruchslos, gehoeren zu den terrestrischen (lat. terra = Erde) Orchideen, weil sie wie unser Knabenkraut, Frauenschuh und Ragwurzel auf der Erde leben. Der griechische Philosoph und Naturwissenschaftler Theophrastos (372 bis 289 v. Chr.) gilt als Erfinder des Namens Orchis, der Hoden bedeutet, weil die Wurzelknollen des Knabenkrauts ein wenig dem maennlichen Organ aehneln.

Es ist also ein Vorurteil, dass Orchideen nur im feuchtheissen Tropenklima gedeihen. Diese Weltenbummler wachsen in Norwegen und Alaska (Calypso bulbosa), in Westfalen und Sibirien, wir finden sie nicht auf den Hochgebirgsgipfeln, in den grossen Wuesten und den Polarregionen. So gibt es fuer jeden Ort daheim eine geeignete Pflanze, man muss nur ein wenig ihre Lebensgewohnheiten kennen, wenn man dem Kauf nicht widerstehen kann. Bei rechter Pflege passen sie sich den Gegebenheiten der Zimmerkultur an und haben ein sehr langes Leben. Die Urorchidee ist wohl zu Beginn des Tertiaers vor 65 Millionen Jahren aufgeblueht. Neben den wildwachsenden Naturarten kristallisierten sich durch natuerliche Kreuzungsmoeglichkeiten immer neue Verbesserungen heraus, auch wenn fuer jede Art ein bestimmtes Insekt als Kreuzungshelfer zustaendig war. Charles Darwin (1809 bis 1882) hat in seinen Studien zur Orchideenbestaeubung herumgeraetselt, welcher unbekannte, langruesselige Schmetterling eine Orchideenart auf Madagaskar mit extrem langen Sporn bestaeuben koenne. Als Forscher spaeter den betreuenden Nachtschwaermer entdeckten, gaben sie ihm den Namen Xantopan morgani praedicta fuer den "vorhergesagten" Schmetterling.

Wir toeten, was wir lieben
Etwa 50.000 Pflanzenarten sind nur noch in botanischen Lexika zu finden. Tropische Orchideen werden zusaetzlich durch Auspluenderung ihrer speziellen Lebensraeume und durch die Rodung der Regenwaelder vernichtet. Auch die Entdeckungsgeschichte der Orchideen zeigt das ungehemmte Verlangen der Menschen nach Eigennutz: Ruecksichtsloses Gewinnstreben und Sammlergier raeumen gezielt und systematisch bis zur Katastrophe die Bestaende leer, die schamlose Orchidomanie, die aggressive Seuche der Orchideenjaeger, hat einen barbarischen Raubbau bewirkt, den "nicht einmal eine ordinaere Pflanzenart haette verkraften koennen", wie der englische Orchideenforscher Philipp Cribb feststellte.

Die Chinesen schaetzten Orchideen. "Die Orchideenkultur des Herrn Wong" ist ein heute noch lesenswertes Lehrbuch aus der Sung-Dynastie (960 bis 1270 n. Chr.). Praekolumbische Voelker Mittel- und Suedamerikas verehrten viele ihrer variantenreichen Orchideengattungen, bei den Azteken war eine Pflanze heilig, weil ihre eigenwilligen Blueten dem Kopf der goettlichen Schlange aehnelten. Sie entdeckten auch die Vanilla planifolia: Ihre Kapsel dient als natuerlicher Lieferant von Vanillearoma und wird heute vornehmlich in Mexiko landwirtschaftlich genutzt. Hernando Cortez praesentierte die wohlriechenden Schoten 1510 dem spanischen Hof. Bei allen Voelkern galten einige Arten als wirksame Aphrodisiaka. In Europa wurden in den Klostergaerten nur wenige Exemplare fuer die Heilchemie des Mittelalters gehalten.

Erst 1615 bluehte eine exotische Orchidee in den Niederlanden, 1732 in England. Gegen 1800 wurden dort bereits ueber 60, 1830 bereits 400 verschiedene Orchideenarten gehalten. Der Markt boomte: Orchideen wurden Statussymbol eines spleenigen Adels und raffgieriger Emporkoemmlinge. Kriminelle Orchideenjaeger raubten weltweit die Natur aus. Noch 1903 blaetterte man fuer seltene Arten 20.000 Goldmark hin.

Der deutsche Arzt Engelbert Kaempfer (1651 bis 1716) erforschte asiatische Orchideen und der nach England ausgewanderte Frederik Sander (1847 bis 1920) fasste alle Hybriden in einem "Orchid Guide" zusammen. Die Nachtraege werden von der Londoner "Royal Hortyculture Society" betreut. Dort werden auch die Zuechtungen mit ihrem Stammbaum namentlich dokumentiert und exakt beschrieben, denen wir in einer thailaendichen Gaertnerei unser Augenmerk widmen.

Fuer die Fensterbankkultur eines Amateurliebhabers eignet sich gewiss die in Thailand und Burma verbreitete Cymbidium lowianum, benannt nach Stuart Low, der sie zum ersten Mal in Europa zum Erbluehen brachte. Die bis zu 10 cm grossen Blueten sind gelblich- und duklegruen geaedert, die Lippe zeigt einen scharlachroten Fleck. Sie blueht in kuehler Umgebung besonders lange, man kann sie sogar im Sommer bis zum Frosteinbruch in den Garten stellen. Auch die trichterfoermigen Dendobrium-Arten sind fuer den kuehlen bzw. temperierten Klimabereich zu empfehlen. Die edle Dendobrium nobile haelt wochenlang ihre roetlich getuschten, weissen Blueten mit einem dunklen Purpurfleck. Der thailaendische Orchideenhaendler Prasong Sukhakul hat fuer temperiertes Klima die widerstandsfaehige, kraeftige und bluehfreudige Paphiopedilum sukhakulii mit ungewoehnlich kuehner Farbzusammenstellung gezuechtet: 'Weisslichgruen die von tiefgruenen Laengsstreifen durchzogene Fahne, gelblichgruen die pupurfarben gepunkteten Petalen, rotbraun marmoriert das metallisch glaenzende Labellum.‘

 
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