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Reiseberichte
Koh Chang 2003 - 2007
von Heinz Albers
© Fotos www.heinz-albers.de

Unsere Anreise war etwas komfortabler. Unser Gepaeck war nicht in Rucksaecken, sondern samsonitemaessig  verpackt. Wir sind nicht mit einem Lastwagen angereist; flogen 2003 mit Emirates ueber Dubai und hatten von Deutschland aus bereits einen Privattransfer mit einer klimatisierten Limousine gebucht. Die Fahrt dauerte von Bangkok bis zu den Anlegestellen in Laem Ngob gute fuenf Stunden, weil der Strassenverkehr in diesem Moloch von Stadt jede Menge Zeit raubt. Hat man Thailands Hauptstadt erst einmal hinter sich gelassen, kommt man auf den guten Strassen recht ordentlich voran. Unterwegs gibt es an den zahlreichen Tankstellen gepflegte Raststaetten, an denen man sich preiswert erfrischen kann. 2007 flogen wir mit der LTU direkt von Duesseldorf nach Bangkok zum neuen Flughafen Suvarnabhumi, dieser riesigen Konstruktion aus Aluminium, Stahl und Glas. Enttaeuschend verlief dort fuer uns das Einkaufserlebnis im Duty-Free-Bereich. Schnaeppchen haben wir dort nicht gefunden. Nicht so wie im alten Don Muang-Airport, in dem man z.B. T-Shirts oder Fotoartikel zum Spottpreis erwerben konnte. Es gibt im Suvarnabhumi nur gepflegte Shops mit Hochpreisartikeln, deren Preise sich von denen in Deutschland meist nicht unterscheiden. (Ausnahmen: Zigaretten, Alkohol.) Dort stiegen wir in ein  Flugzeug (ATR 72-500) der Bangkok Airways um. Das Ticket Bangkok - Trat kostet etwa 1900 Baht (ca. 40 €, Hin- und Rueckflug doppelt).

Waehrend des 45minuetigen Fluges wurden Sandwichs, Obst und Saft gereicht. Es wurde sogar eine Tageszeitung angeboten. Das war sensationell! Flughafen-Kleinbusse bringen die Fluggaeste auf Wunsch fuer ca. 200 THB vom Flughafen Trat bis an ihr Resort auf Koh Chang. Die Rueckfahrt sollte man wenigstens 2 Tage vorher buchen (ueber die Hotelrezeption!). Man erhaelt eine Registriernummer, die dem Fahrer auszuhaendigen ist. Bezahlt wird nach der Ankunft in Trat.

Die Zeitverschiebung zu Deutschland betraegt waehrend der Winterzeit + 6 Stunden, waehrend der Sommerzeit + 5 Stunden. Das bedeutet, wenn es in Deutschland im Winter 15.00 Uhr ist, ist es in Thailand 21.00 Uhr.

In Laem Ngob hat man bei alternativer Anreise die Qual der Wahl zwischen mehreren geografisch getrennten Anlegestellen der Faehren. Es gibt noch den alten Pier direkt in Laem Ngob, von dem aus abenteuerliche "Fischerbootpassagierfahrten" starten. Die schnellste Verbindung ist mit etwa 35 Minuten die Autofaehre von Ao Sappalot. Die Passage ist mit 60 Baht billig. Autos kosten etwa 100 Baht (einfacher Weg).

Die Holzboote sind gelegentlich in einem atemberaubenden Zustand, waehrend die Autofaehren meist solide und vom Rost stabilisierte  Stahlkonstruktionen sind. Direkt vom Ort Laem Ngob benoetigt man eine Stunde fuer die Überfahrt nach Koh Chang.

Sie duerfen weder auf dem Festland noch auf der Insel unbedingt Haefen mit ordentlichen Landungsstegen und Gangways zu den Booten erwarten. Zuweilen muessen sie an Stahltraegern hochklettern (Laem Ngob), um das im Niedrigwasser liegende kleine Schiff verlassen zu koennen. Das gilt selbstverstaendlich nicht fuer die Autofaehren.

An den Piers auf Koh Chang bekommt man rasch ein offenes Pritschentaxi fuer den weiteren Transfer zu den einzelnen Anlagen. Sitzen Sie erst einmal mit Ihrem Gepaeck auf der Ladeflaeche (!) des Wagens, geht es ueber die Serpentinen in Richtung Westkueste, denn dort befinden sich nahezu alle Resorts Koh Changs. Der Taxifahrer, nicht immer zimperlich mit seinen Forderungen, wird nachdruecklich eine astronomische Summe, etwa 400 Baht, von Ihnen verlangen. Versuchen Sie, den Preis vor der Abfahrt zu druecken. (Zur Strafe koennen Sie eventuell dann warten.) Um die 50 - 200 Baht - je nach Strecke - werden Sie spaeter bezahlen, wenn Sie zurueck fahren oder die Tarife kennen.

Waehrung ist der Thailaendische Baht THB. Wenn Sie glauben, es hierbei mit Monopoly-Geld zu tun zu bekommen, haben Sie sich gewaltig geirrt. Der THB ist stabil. Im Februar 2003 bekamen wir fuer 100.- Euro 4.626.- THB, im Februar 2007 bekam wir fuer 100.- Euro nur noch 4.373.- THB. Da soll uns die Bundesregierung noch etwas von einer "stabilen Waehrung" erzaehlen.

Auf Koh Chang haben Sie die Auswahl vom absolutem Luxus-Hotel (das Aiyapura im Norden, wo z.B. die Tropical Villa ab 3.500 und die Suite bis zu 35.000 Baht einschliesslich Fruehstueck fuer zwei Personen kostet). Gelegentlich findet man auch einfachste Strandhuetten, die es fuer 100 bis 200 Baht pro Tag zu mieten gibt. Einzige Komfortmerkmale sind in diesen Behausungen das Loch im Boden fuer die Notdurft und der staendige Durchzug.

Überall auf der Insel wurden zwischenzeitlich etliche Hotels aller Preisklassen errichtet. Der ueberwiegende Teil gehoert der gehobenen Mittelklasse an.

Der Tourismus auf Koh Chang entwickelt sich explosionsartig. Heute aber ueberall von einer regelrechten Infrastruktur zu sprechen, waere uebertrieben, weil sie kaum funktioniert. Es gibt am White-Sand-Beach einige neue Hotels, die internationalem Standard entsprechen. Ergaenzt wird das Angebot durch eine Reihe von 2- bis 3-Sterne-Hotels in Strandlage, wie das Banpu, in dem wir unseren Urlaub verbracht haben. Kein Gebaeude auf der Insel ueberragt die Palmenwipfel. Deshalb sieht man vom Meer her auch kein Haus. Der Andrang an Touristen wird von Monat zu Monat staerker. Die Auswirkungen des Tsunamis von Weihnachten 2004 auf die westlichen Regionen Thailands haben Koh Chang einen zusaetzlichen Besucherstrom beschert. An Wochenenden wird es regelrecht voll. Dadurch haben die Sauberkeit des Strandes und die des Wassers zu leiden.

Die Ausbreitungsmoeglichkeiten fuer die Hotels und das Gaststaettengewerbe sind an der Strasse am White-Sand-Beach stark eingeschraenkt, denn nahe an dem Fahrweg reckt sich der mit undurchdringlichem Dschungel bewachsene Fels in die Hoehe.

Die einstmals beschauliche Buchten mit dem Klong Prao- und Kai Bae-Beach haben an stiller Romantik vergangener Jahre ebenfalls etwas eingebuesst.  Dafuer gibt es dort jetzt Hotels, die auch den verwoehnten Gast zufrieden stellen. Bilder u.a. vom Klong Prao-Beach und dem Tropicana-Resort gibt es hier zu sehen: Thomas Schueller - Photos Koh Chang

In der Zeit vom Fruehjahr 2003 bis Ende 2006 sind mehr als 20 neue Resorts errichtet worden. Und es wird weiter gebaut. Das Angebot an Hotelbetten ist "vervollstaendigt" worden. Es gibt aber immer noch preiswerte Unterkuenfte fuer das kleine Budget. Und das sind von der Lage her manchmal  nicht einmal die schlechtesten.

Es herrscht trotz aller negativen Entwicklungen auf Koh Chang immer noch eine gewisse Beschaulichkeit im Vergleich zu den Monsterzielen in Thailand, wie Koh Samui, Phuket und Pattaya und den Massenstraenden Europas.

Die Stromversorgung (220 Volt, teilweise Adapter noetig) funktioniert weitgehend, Ausfaelle hatten wir nur ganz kurz erlebt. Der Wasserdruck in den Leitungen ist nach laengerer Trockenzeit sehr schwach.

Das Leitungswasser wird von einigen Hotels aus Brunnen gewonnen oder mit Transportern herbeigeschafft, da es keine zentrale Wasserversorgung gibt.  Zum Trinken und Zaehneputzen ist es nicht geeignet; verwenden Sie daher lieber Wasser aus Flaschen. Eine Wasserleitung nach unserem Muster kennt man dort nicht.

Die Muellabfuhr bemueht sich. Die Betonung liegt auf "bemueht". Haeufig findet keine Muellentsorgung statt. Die schwarzen Saecke liegen dann zu Bergen getuermt am Strassenrand und duften vor sich hin. Auch wird Muell manchmal einfach in die Gegend gekippt, wo er langsam verrottet. Sollte der Unrat tatsaechlich abgefahren werden, dann wird er im Inselinneren verscharrt oder verbrannt.

Abwaesser werden oft gedankenlos ins Meer oder in ein Bachbett geleitet. Meistens landen sie jedoch in Behaeltern, den so genannten Sickergruben. Da diese aber niemals geleert werden und die Sickerfaehigkeit mit dem staendigen Nachschub durch die vielen Gaeste nicht Stand halten kann, laufen sie beizeiten ueber und geben einen saeuerlichen Gestank ab, den man ueberall an der Strasse am White-Sand-Beach bemerken kann. Sie sollten sich massiv beschweren, wenn Sie das in Ihrem Hotel beobachten. Auf Koh Chang wird kolportiert, dass die Bezirksregierung in Trat dem Buergermeister 150.000.000 THB fuer die Errichtung einer Klaeranlage zur Verfuegung gestellt haben soll. Der Buergermeister soll sich fuer das Geld aber ein weiteres Hotel gebaut haben, und zwar das "Lagoon II". Ob es stimmt, koennen wir nicht sagen. Jedenfalls ist von einer Klaeranlage nichts zu sehen.

Seit einiger Zeit ist am White-Sand-Beach ein Telefonnetz installiert. Die anderen Gegenden sind in Arbeit. Bis dahin konnte man nur ueber das Mobiltelefon oder den Satellitenfunk (Internet) kommunizieren. Unser D-2-Handy fand auf der gesamten Insel eine gute Feldstaerke. 

Ein kleiner Rotlichtbezirk ist vorhanden. In der Naehe des Buri-Hotels werden alle Interessenten fuendig. Ein sehr grosser Anteil aller Prostituierten Thailands ist mit Aids verseucht. Viel Vergnuegen! Ein Tipp fuer alle, die zu verkorkst sind, eine selbstbewusste Partnerin in Deutschland zu finden: Mieten Sie Ihr "Maedel" nicht auf Koh Chang, sondern moeglichst in Pattaya. Auf Koh Chang nimmt die Schoenheit ca. 3000 THB fuer die Nacht. In Pattaya kostet sie ca. 4.000 THB fuer die Woche. Schauen Sie sich das Objekt Ihrer Begierde auch bei Tageslicht an, denn nachts sind alle Katzen grau. Sicher hilft Ihnen die chemische Industrie, die entsprechenden Leistungen zu bringen, damit die ganze Angelegenheit fuer Sie  nicht zu einer Blamage wird. Denken Sie daran, dass jaehrlich etwa 160 aeltere "Herren" den Rueckflug im Zinksarg antreten muessen, weil sie ihre Kraefte ueberschaetzt, den Alkohol, das Klima und die Ansprueche der Frau jedoch unterschaetzt haben.

Einige der etablierten deutschen Reiseveranstalter haben die Insel nun leider auch in ihrem Programm. Solange das nicht der Fall war, solange blieb zumindest ein Hauch Paradies erhalten. Seit dem die Touristenbomber in Trat landen und Hinz und Kunz des deutschen und vor allem britischen Primitivkartells in Massen auf der Insel abladen, ist wieder ein Flecken Schoenheit und Unberuehrtheit von unserem Planeten verschwunden. Eine weitere Kostprobe wird Ihnen geboten, wenn Tagestouristen aus Pattaya angekarrt werden. Diese unbedarften Menschen sind nach einigen Stunden richtig ungluecklich, weil sie ihre rudimentaeren Beduerfnisse nicht ausleben koennen, mit sich nichts anzufangen wissen und froh sind, wenn sie sich endlich wieder austoben koennen, bevor sie in ihrer Heimat von neuem in die Namenlosigkeit von Nobodys versinken muessen. Der groesste Touristenanteil - grundsaetzlich angenehme und ruhige Menschen - kommt aus den skandinavischen Laendern.

An dem White-Sand-Beach gibt es nur eine richtige Strasse, die ausserdem ueber gepflasterte Buergersteige verfuegt. Waehrend der Dunkelheit kann sie jedoch an einigen Stellen nicht beleuchtet sein. Gelaender sind unbekannt! Taschenlampe! Es wird aber dringend davon abgeraten, eine Wanderung entlang der Kuestenstrasse zu unternehmen. Randwege oder Buergersteige gibt es nicht! Vor allem in Norden und Sueden ist die Strasse fuer Fahrzeuge und Fussgaenger sehr unuebersichtlich.

Geldwechsel ist kein Problem; es gibt mehrere Bankschalter und Automaten auf der Insel. Reiseschecks der Citybank werden nicht ueberall eingeloest. Die EC- ("Maestro-")Karte wird von den meisten Automaten anerkannt.

Internetcafes gibt es zahlreiche auf Koh Chang. Fuer die Stunde ist mit 60 THB zu rechnen. Die Übertragungsraten sind eher durchschnittlich

Sie finden auch eine Vielzahl kleiner Geschaefte, eine Menge improvisierter Verkaufsbuden und sogar klimatisierte Supermaerkte, die alle Dinge des taeglichen Bedarfs zu normalen Preisen anbieten. Kleidung sollten Sie wegen der besseren Auswahl und der guenstigeren Preise aber auf jeden Fall moeglichst in Bangkok kaufen! Man kann sagen, dass die Preise generell hoeher als auf dem Festland sind. Feilschen Sie hartnaeckig, aber nicht an der Kasse des Supermarktes! Das Handeln um den Preis gehoert zum guten Ton und wird von Ihnen erwartet.

Die beliebten Thai-Massagen werden ueberall angeboten, auch am Strand. Die Qualitaet schwankt erheblich.

Ein neues Krankenhaus existiert. Es ist ein Privatkrankenhaus und entsprechend teuer. Wer kein Notfallpatient ist, sollte sich in das private Krankenhaus in Trat (internationaler Standard!) begeben. Ein weiteres befindet sich an der Ostkueste. Es ist ein staatliches, in dem man kleinere Wehwehchen preiswert behandeln lassen kann.

Die Arztbesprechung kostet in Trat etwa 400 Baht, auf Koh Chang etwa 4000, ohne Behandlung. Diese Kosten fuer die Beratung werden allerdings mit den ggf. weit notwendigen verrechnet.

Am White-Sand-Beach gibt es Apotheken. Es werden viele bei uns verschreibungspflichtige Medikamente rezeptfrei ausgegeben. Viagra und Co werden ohne aerztliche Verordnung abgegeben. Vor Faelschungen der Produkte ist man nicht sicher, auch nicht beim Kauf in Apotheken.

Mehrere Optiker befindet sich an der Strasse am White-Sand-Beach. Ob das Preis-/Leistungsverhaeltnis stimmt, kann ich nicht beurteilen. Brillengestelle aller namhaften Produzenten gibt es. Ob die Bestimmung des perfekten Glases aber gewaehrleistet ist? Ich habe nicht den Eindruck, zumal das Personal der englischen Sprache manchmal kaum maechtig ist. Alle Optiker gewaehren unaufgefordert grosszuegige Rabatte, sonst waeren ihre Produkte auch teurer als in Deutschland.

Das Thema Malaria wird auf Koh Chang haeufig verdraengt. Tatsaechlich ist das Gebiet um Trat bis zur Grenze Kambodschas Infektionsgebiet mit extrem hohen Risiko, waehrend Koh Chang und Koh Mak nach dem "CRM-Handbuch Reisemedizin"  mit einem geringen Risiko eingestuft werden. Besorgen Sie sich fruehzeitig vor Antritt der Reise weitere Informationen bei Ihrem Hausarzt, Gesundheitsamt oder Tropeninstitut.

Weitere Informationen zum Thema Impfungen/Malaria fuer Thailand gibt es hier: http://www.crm.de/transform.asp

Schutz vor Stechmuecken: Bei Aufenthalt im Freien abends und nachts Koerper bedeckende Kleidung (lange Ärmel, lange Hosen), und moeglichst helle Stoffe tragen. Insektenabwehrende Mittel (z.B. DEET, Autan) zur Anwendung an unbedeckten Hautstellen sowie Insektizide zur Impraegnierung der Kleidung wiederholt auftragen. Raeume abkuehlen, Aircondition nutzen. Mueckengaze vor Fenstern und Tueren. Moskitonetz ist ideal fuer den Schutz von Saeuglingen.

Sonstige empfehlenswerte Impfungen: Tetanus, Diphterie, Hepatitis A (ggf. auch B), Tuberkulose, Polio

Restaurants sind reichlich vorhanden, und zwar in den Hotelanlagen oder aber auch an der Strasse. Dort gibt es auch den schnellen Happen zum Fett ansetzen.

Absoluter Spitzenreiter mit Kultstatus am White-Sand-Beach war "Hati's Restaurant", das im Januar 2006 seinen Standort wechseln musste. Es befindet sich noch bis Ende Maerz 2007 am Ende des White-Sand-Beaches zwischen dem Plaloma und dem Top Resort in der "Koh Chang Hut". Dann wird das Restaurant geschlossen und eine grossartige Ära ist zu Ende. Schade, denn nirgends auf der Insel (vielleicht sogar in ganz Thailand) gab es so koestliche Entengerichte. Grund fuer Hatis Aufgabe ist die exorbitante Pacht, die vom Eigentuemer innerhalb kuerzester Zeit drastisch erhoeht worden ist. Dahinter steckt Politik. Man will die Auslaender aus den Beteiligungen herausdraengen. Ein herber Verlust fuer Koh Chang! Ob Hati und seine Frau Ting noch einmal etwas auf Koh Chang oder in Thailand aufbauen koennen, ist derzeit noch ungewiss. Wir werden die Angelegenheit verfolgen und an dieser Stelle berichten.

Es gibt am White-Sand-Beach auch ein neues Steak-Haus, in dem die Qualitaet ausschliesslich von den Preisen uebertroffen wird.

Abends werden auch im Sand am Meer einige Tische gedeckt. An Staenden kann man sich die Speisen, vornehmlich frischen Fisch und Meeresfruechte, ansehen und auswaehlen, die anschliessend dort zubereitet und am Tisch serviert werden. Achten Sie aber unbedingt darauf, dass der Fisch durchgegart ist. Zuweilen werden aufgetaute und dann nicht verkaufte Fische wieder eingefroren und abermals aufgetaut, was zu massiven Magenproblemen fuehren kann.

Sie werden es merken, dass das Essen ueberall auf Koh Chang recht gut ist. Die Preise sind dort etwas hoeher als sonst in Thailand; im Vergleich zu Europa sind sie immer noch unschlagbar niedrig. Leider ist das Bier, auch wenn man beruecksichtigt, dass es in 0,6-Liter-Flaschen abgefuellt ist, verhaeltnismaessig teuer. Dafuer hat es einen Alkoholgehalt von mindestens 6 %. Cola und Wasser dagegen sind sehr billig. 

In den Restaurants nimmt man Kreditkarten nur sehr ungern bzw. gar nicht an und verweist auf die Bankautomaten. Wir empfehlen die Mitnahme von American Express Reiseschecks in Euro. Fuer Trinkgelder halten Sie bitte Baht oder US-Dollar in Banknoten bereit.

Der Strand „White-Sand-Beach“ zaehlte bis vor kurzer Zeit  zu den besten der Welt. Er befindet sich schliesslich in einem Marine-Naturschutzgebiet. An gewissen Abschnitten war er das Nonplusultra: Absolut klares, sehr warmes Wasser, keine Anschwemmungen von Seegras, Tang oder Algen, keine Muscheln, keine Kanalisationsreste. Sauberer, feiner Sand, der langsam flach abfaellt, wo selbst noch nach fuenfzig Metern kaum Schwimmbewegungen noetig sind. Keine Steine, keine Seeigel, keine Korallen, keine Haie, kein Schweroel, nur eine laecherlich schwache „Brandung“ im Zentimeterbereich. Dieser Zustand ist vorbei! Der Strand ist nicht nur wegen verschiedener Baumassnahmen schmaler geworden, auch der Klimawandel hat einen Anteil an den Veraenderungen. Das Wasser ist wegen der Einleitung der Abwaesser trueber geworden. Der Boom an Reisenden fuellt den Strand vor allem an den Wochenenden. Manche Touristen produzieren Scherben und hinterlassen unueberlegt ihre Abfaelle im Sand. Das gilt auch fuer die Thais. Die meisten Anrainer saeubern den Strand taeglich. Eine Sisyphusarbeit! Deshalb wird es wegen der unverantwortlichen Verhaltensweise einiger Touristen Unrat ueberall geben. Am Strand selbst herrscht kein Tohuwabohu, in letzter Zeit machen sich die Souvenirverkaeufer breit, die jedoch kaum hartnaeckig sind. Es gibt keine Sportangebote mit Motorlaerm, keine Sandfloehe, keine laermenden Wasserfahrzeuge, keine Surfer. Der White-Sand-Beach ist trotz aller Widrigkeiten immer noch um Klassen besser als das meiste was in Europa oder sonst in der Welt zu finden ist. Aber das ehemals "Paradiesische" ist Vergangenheit.

Allerdings gibt es an sehr stuermischen Tagen waehrend der Regenzeit an allen Straenden der Insel, insbesondere auch am White-Sand-Beach, Einschraenkungen zu beachten. Dann soll es an einigen Stellen nicht ungefaehrliche Unterstroemungen geben. Regelmaessig sind Opfer zu beklagen. Diese Plaetze sind am Strand durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Beachten Sie unbedingt die Warnzeichen.

Die Landschaft Koh Changs beschraenkt sich auf zwei Merkmale: einerseits den undurchdringlichen Dschungel im bergigen Inselinneren und andererseits die Kuestenregion, die teilweise mit Bilderbuchstraenden versehen ist. Fruchtanbau ist nur im Norden moeglich. Die Bevoelkerung lebt vom Tourismus und vom Fischfang. Landwirtschaft wird nicht betrieben.

Der Name Koh Chang bedeutet "Elefanteninsel" (Koh = Insel, Chang = Elefant). Die Silhouette der Insel erinnert tatsaechlich an einen Elefantenruecken.

Die Unterhaltung mit dem oft etwas englisch sprechenden Thai ist gewoehnungsbeduerftig; entbehrt ihre Sprache doch des Buchstabens „R“. Die Einheimischen kompensieren diesen Mangel, in dem sie ihn durch das „L“ ersetzen oder weglassen. So sagt man „Tomollo“ fuer „Tomorrow“ und „Batteli“ fuer „Battery“. Das versteht man noch ganz gut. Aber „Lesol“ fuer „Resort“ oder „Load“ anstatt „Road“ gibt anfangs zuweilen Raetsel auf. Selbstverstaendlich gibt es auch viele Menschen, die dieses Problem nicht haben. Manche Thailaender konzentrieren sich allerdings derart darauf, unbedingt das "R" zu sprechen, dass sie schon mal mit den Buchstaben "L" und "R" ins Schleudern geraten: Nachdem wir unserem Taxifahrer auf der Fahrt zum Flughafen in Bangkok unser Alter verraten hatten, sagte er immer wieder "Rooks younger, rooks younger!" Thai zu sprechen ist fuer uns Europaeer eine schwierige Sache. Wir haben einen jungen Mann getroffen, der seit sieben Jahren als Geschaeftsmann in Thailand lebt. Obwohl er kein ausgemachter Dummkopf ist, konnte er sich gerade mal auf Thai ein Taxi und ein Essen bestellen. Eine grosse Schwierigkeit liegt an der Betonung. Die Silben werden in bis zu sechs verschiedenen Tonhoehen ausgesprochen, was jeweils eine andere Bedeutung ergibt. Wenn jemand sagt, er habe „genug gegessen“ („por“) und verstaerkt in der Aussprache das "O", so hat er dem Satz eine voellig andere Wendung gegeben. Er hat naemlich gesagt, dass er soeben seinen Vater verspeist habe. Das Wort „mai“ kann je nach Tonlage Witwe, Seide, Holz, verbrennen oder neu bedeuten.

Unser Trost ist, dass der Thai sich redlich bemueht, sich Fremden gegenueber in Englisch verstaendlich zu machen – immel fleundlich und ohne Knullen und Mullen

Sie sollten sich beim Fruehstuecken in Ihrem Hotel nicht wundern, wenn die Thai-Frauen und deren Kinder im (zuechtigen) Nachtanzug erscheinen.  Erst nach dem ausgiebigen Fruehstueck kleiden sie sich um. Das kann man auch in China beobachten. Orientieren Sie sich vor der Reise unbedingt anhand eines guten Reisefuehrers nach den Sitten und Gebraeuchen ihres Gastlandes. Sie werden unter anderem darin erfahren, dass man vor dem Betreten von Raeumen die Schuhe ausziehen soll. Oder dass Sie niemals mit Ihren Fuessen auf Personen weisen duerfen! Diese Gebote thailaendischer Sitte sind in den Touristenzentren etwas verwaessert. Beweisen Sie, dass Sie von der Kultur des Landes etwas wissen und beachten Sie die Regeln.

Wir haben uns an einem Tag mit durchwachsenem Wetter ein Auto mit Fahrer gemietet (ueber die Hotel-Rezeption vorbestellt) und eine Fahrt um die Insel gemacht. Wie ueblich hatten wir auf der Ladeflaeche Platz nehmen muessen. Ein Dach schuetzt vor Sonne. Da die Seiten offen sind, ist man dem Regen jedoch schutzlos ausgeliefert. Und es hatte geregnet! Der erste Vorbote des Monsuns begruesste uns. In einer derartigen Situation bittet man den Fahrer, irgendwo an geschuetzter Stelle anzuhalten. Es ist nicht moeglich, die Insel mit dem Auto voellig zu umrunden, weil es im Sueden eine kurze strassenlose Strecke gibt. An interessanten Punkten haben wir angehalten und Besichtigungen durchgefuehrt. Fuer die sechsstuendige Tour mussten wir 1.400 Baht (rund 30.- Euro) zahlen. Es ist nicht zu empfehlen, ein Auto selber zu fahren. Die Menschen auf Koh Chang haben teilweise eine recht abenteuerliche, lebensgefaehrliche Auffassung vom Autofahren. Deshalb empfehle ich auch nicht, mit einem geliehenen Moped Ausfluege zu unternehmen oder Wanderungen entlang der Kuestenstrasse zu unternehmen.
Die Kuestenstrasse ist in einem guten Zustand. Allerdings ist die Streckenfuehrung vor allem im Sueden derart abenteuerlich und unuebersichtlich, dass einem gelegentlich die Haare zu Berge stehen und lebhafte Erinnerungen an Achterbahnfahrten hervorgerufen werden. Das Getriebe eines Fahrzeugs uebersteht bei taeglichen Fahrten zwischen Bang Bao und dem White-Sand-Beach maximal ein Jahr, manchmal auch weniger.

Eine Besichtigung der Wasserfaelle (kostenpflichtig, 400 THB pro Person) lohnt sich in der Trockenzeit nicht; sie fuehren dann gar kein oder nur wenig Wasser. Die Kletterei durch den Dschungel ueber Stock und Stein bei 40 Grad Hitze und 95% Luftfeuchtigkeit setzt eine sehr gute Kondition voraus. Es ist ratsam, sich Getraenke mitzunehmen.

Die beste Jahreszeit  fuer eine Reise nach Koh Chang ist die Trockenzeit von Ende Oktober bis etwa Anfang April. Das gilt auch fuer Koh Mak. Ausserhalb dieser Zeitspanne ist alles noch viel ruhiger, beschaulicher, billiger und... feuchter.

Es ist sehr heiss auf Koh Chang. Wir hatten im Maerz und April taeglich Temperaturen um die 35 Grad. Die Luftfeuchtigkeit ist an der Kueste aber ertraeglich.

Die Menschen auf Koh Chang sind hoeflich, freundlich, ausgelassen und staendig zum Lachen oder Kichern aufgelegt. Bettelei ist uns nicht begegnet.

Wilde Tiere gibt es selbstverstaendlich, wenn man wenige Meter neben einem Dschungel wohnt. Eines Tages wurde eine Giftschlange von unserem Handtuchboy davongetragen. Die wilden Affen sehen zwar fuer uns lustig aus. Sie sind aber unberechenbar und koennen sehr gefaehrlich sein. Gegen abendliche Muecken helfen zuverlaessig lange Hosen und Autan. Das Zirpen der Grillen ist allgegenwaertig.

Jedes Jahr im Fruehjahr  begehen die Thailaender das Neujahrsfest. (2007 ist in Thailand das Jahr 2550.) Sitte ist, sich eine weisse Creme ins Gesicht zu schmieren und jeden Menschen mit Wasser vollzuschuetten. Man hat keine Hemmungen, Passanten mit Eimern voll Wasser zu begiessen. Das gilt fuer Einheimische und Touristen. Angelika und ich waren innerhalb einiger Sekunden bis auf die Haut nass. Auch werden ganze Eimerladungen in vorbeifahrende Autos geschuettet, wenn der Fahrer unvorsichtigerweise die Fenster nicht geschlossen haben sollte. An der Strasse stehen Tankfahrzeuge bereit, um den enormen Wasserbedarf der Bevoelkerung zu befriedigen. Sie bleiben am besten an diesem Tag in Ihrem Hotel oder am Strand oder Sie verpacken ihre Habseligkeiten wasserdicht. Sollten Sie die Idee haben, mit einem Taxi fahren zu wollen, dann bedenken Sie, dass es vermutlich keine geschlossenen Seitenwaende hat. Erst mit Beginn der Regenzeit werden sie mit Planen zugehaengt. Regulaer gehen die Feierlichkeiten ueber drei Tage. Auf Koh Chang ebben sie aber schon am naechsten Tag deutlich ab.

An Feiertagen mit Vollmond wird nicht immer Alkohol ausgeschenkt. Auch sind an diesen Tagen viele Geschaefte geschlossen.

Es bietet sich an, von Koh Chang Ausfluege auf benachbarte Inseln zu machen. Wir hatten 2003 am Strand (Mr. Graham) einen Tagesausflug auf die Insel Koh Mak gebucht. Mit dem Kleinbus geht es hinunter nach Bang Bao, einem auf Stelzen erbauten Fischerdorf. Von dort traegt uns ein Boot in zwei Stunden durch die herrliche Insellandschaft an Koh Wai (hier steigen die Schnorchler aus) vorbei nach Koh Mak. Da es auf Koh Mak damals im Norden keine richtige Anlegestelle gab, hatte man grundsaetzlich mit nassen Fuessen zu rechnen. Das war 2003 so. Heute, 2007, sieht die Situation so aus, dass Mr. Graham die Schifffahrt noch betreibt, allerdings mit kleineren Booten. Gelegentlich wird man wegen der niedrigen Bordwaende nass. Ein WC gibt es auf diesen Booten nicht. Diese Transportmittel wuerden wir nicht wieder waehlen. Nehmen Sie ein Schnellboot, das nur unwesentlich mehr kostet und nur ein Drittel der Transferzeit beansprucht. Anbieter finden sich an den Straenden von Koh Chang in Mengen. Es gibt jetzt auch im Norden eine vernuenftige Pier in Hoehe des Koh Mak-Resorts, an der die Boote anlegen koennen.

Einen Reisebericht ueber Koh Mak gibt es hier: http://www.heinzalbers.org/reisebericht_kohmak.htm

© Heinz Albers, 17.07.2003

 
Reiseberichte
Überblick
2001 - Teil 1
2001 - Teil 2
2001 - Teil 3
2001 - Teil 4
Bericht 1991
BKK - Februar
BKK - September
Erfahrungen
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Ko Lanta 2003
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Koh Chang
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