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Special
Schattentheater
von Heinz & Rainer Pollmeier

Das klassische thailaendische Schattentheater, der Nang oder Nang Talung, war frueher in der siamesischen Gesellschaft hochgeschaetzt. Koenig Mongkut (1851-1868) liebte ihn ganz besonders. In Bangkok ist er praktisch verschwunden. Die Spezialisten dieser Kunst sterben aus.

Warum bringen wir dann alte Kamellen? Es gibt nach C. G. Jung Archetypen, Urformen des kollektiven Unbewussten im Menschen, die die ererbte Grundlage unserer Persoenlichkeitsstruktur bilden. Denken wir an die duesteren Silhouetten der Hoehlenmalereien, an den Hades der Griechen, den Orkus der Roemer, die Totenreiche unter der Erde! Schatten sind die dunklen Seiten unserer Existenz. Tag und Nacht, Finsternis und Feuer, Luzifer und Engel, Licht und Schatten sind ohne Zweifel Urphaenomene der Erde. Wie fasziniert heutzutage noch ein kosmischen Schauspiel, wenn der Schatten des Mondes ueber die Erde wandert. 

In Thailand wurde der Nang durch die malaiischen Koenige von Srivijaya eingefuehrt. Im Sueden des Landes hat sich die Tradition am besten erhalten. Stephan S. Kurz sagt „Im Wesentlichen lassen sich fuenf verschiedene Theatergattungen in Thailand auffuehren... Der Khon... der maskenlose Lakhon... das Likay. Zwei weitere Formen sind der Hun und der Nang, beides Puppentheater.“ Beim Nang „werden aufwendig gestaltete, detailreiche zweidimensionale Figuren aus Rinderhaut durch eine Lampe auf eine Wand projeziert und erzaehlen vorwiegend Episoden aus dem Ramakien... Der Hun ist ein Marionettentheater, seine Puppen werden auf Staeben gefuehrt.“

Wer ein gutes Schattenspiel in Nakhon Si Thammarat, in Phatthalung - das thailaendische Schattentheater ist nach dieser Stadt benannt, denn ‚nang’ bedeutet Rohhaut, das ungegerbte Leder - oder - eher selten - auf dem Nachtmarkt von Krabi gesehen hat, wird die Antiquitaetenhaendler in Bangkok 'abgrasen', um die flachen und bemalten, aus gegerbtem Leder ausgestanzten und an Bambusstaeben befestigten Figuren zu erstehen. Die indonesischen Wayang Kulit-Puppen sind individueller gestaltet und haben bewegliche Arme, waehrend die grossen thailaendischen Figuren eine suggestive Wirkung ausueben.

Ursprung und Bedeutung

Die Wiege des Schattentheaters liegt im Fernen Osten. Aber wie so oft streiten sich die Gelehrten, ob die Urspruenge in China, Indien oder Indonesien zu suchen sind. Jedenfalls ist das Schattentheater in Asien die aelteste Form der dramatischen Darstellung - und auf sehr hohem Niveau.
Erste schriftliche Aufzeichnungen stammen aus dem China der Sung-Dynastie um 1000 n.Chr. Die Schattenspiele sind wahrscheinlich viel frueher entstanden, denn eine chinesische Legende aus dem Jahre 121 v. Chr. erzaehlt von einem Magier, der am Hofe des Kaisers Wu (140-87 v. Chr.) Schattentheater veranstaltete.
Die Lieblingsgemahlin des Herrschers war gestorben. Der Kaiser fiel in tiefe Betruebnis, die Untertanen konnten ihn nicht aufheitern. Eines Tages erschien Shao Wong und versprach, die Gestalt der toten Gattin wiedererstehen zu lassen. In der Dunkelheit spannte er einen Vorhang und haengte eine Lampe dahinter. Zwischen Lampe und Stoff hielt er eine Frauenfigur und projizierte auf die Leinwand einen Schatten; er glich dem Aussehen der Verstorbenen.
Bei allen Theorien ist unstrittig: Schattentheater ist religioeser Ahnendienst. Die chinesische Legende betont diesen Aspekt. Die Lederfiguren sind personifizierte Ahnen, die im Rang von Goettern stehen, oft sind sie bedeutsame Fuehrer und Helden. Die Lebenden wuenschen den Segen der Ahnen. Der Schattenspieler ist Botschafter, vermittelt sozusagen ueber die Figuren zwischen den Welten, beschwoert Goetter und Geister, wenigstens fuer die Spieldauer und moeglichst darueber hinaus unter den Irdischen zu weilen.

Schattentheater ist Kult. Figuren, die auf dem Schattenschirm erscheinen, sollen helfen, vor Unbill zu schuetzen, boese Geister zu vertreiben, eine gute Ernte zu erlangen oder von Krankheiten zu heilen. Indonesische Schattenspieler sind durchweg Priester, sie opfern den Goettern, bevor sie mit dem Spiel beginnen. Und sie spielen bei vielen Gelegenheiten, z. B. wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt oder eine wichtige Entscheidung ansteht: Hochzeiten und Einaescherungen, Feierlichkeiten zur Geburt eines Kindes oder zur Tempeleinweihung.

Schattentheater ist religioese Tradition. In vielen Laendern Asiens treten mythisch-religioese Personen auf. Anhand der wechselvollen Geschichte der Helden aus den Hindu-Epen Ramayana und Mahabharata laesst sich z. B. eine gemeinsame Wurzel aus Indien ueber Kambodscha, Thailand und Malaysia bis nach Indonesien verfolgen. In unterschiedlichen Kulturen erzaehlen die Dramen vom ewigen Kampf zwischen Gut und Boese.

Schattentheater ist Unterhaltung. Im chinesischen Spiel werden neben buddhistischen und taoistischen Legenden und Zauberdramen profane historische und aktuelle Themen aufgefuehrt. Die fast voellig verschwundenen tuerkischen Karagoez-Komoedien sind z. B. reine Volksbelustigung. 

Herstellung der Figuren

Die traditionellen Schattenfiguren fertigt man aus den Fellen vom Bueffel oder Rind, in China auch vom Esel. Die Haeute werden nach dem Abdecken gewaschen und in der Sonne getrocknet, die Oberflaeche wird bis zur Transparenz geschabt, die Tierhaut in Kalkloesung geschmeidig gemacht. Wiederholtes Einweichen, Schaben und Trocknen stellt die erforderliche Staerke her. Aus den praeparierten Haeuten werden die Figuren geschnitten, meist nach besonderen Regeln bemalt und vor allem in Indonesien mit Ornamenten versehen; mit kleinen, unterschiedlichen Meisseln wird das Leder durchbrochen. Beim Bemalen wird die Transparenz der Figuren in Indien, China und teilweise Thailand erhalten, in Malaysia und Indonesien aufgehoben.

Spieltechnik

Die Spielfiguren werden durchweg hinter einer weissen, beleuchteten Leinwand gefuehrt, das Publikum sitzt meist vor dem Schirm und sieht die ueberwiegend durchbrochen gearbeiteten Figuren. In Thailand treten die Spieler bei den seltenen Auffuehrungen mit den alten Nang Yai-Figuren vor die Leinwand, die von hinten erhellt wird. Sie versuchen, die Bewegungen ihrer Figuren im Tanz nachzuahmen. Auf Bali und Java koennen sich die Zuschauer aussuchen, von welcher Seite sie das Spiel verfolgen wollen.  

Jede der bis zu zwei  Meter hohen indischen, thailaendischen und kambodschanischen Figuren wird von einem Spieler bedient, so dass ohne die Musiker bis zu zehn Personen ein Stueck auffuehren. In China und der Tuerkei begleiten mehrere Mitarbeiter einen Spielleiter, in Suedthailand, Malaysia und Indonesien wird der Spieler hoechstens von zwei Assistenten bedient, die die Figuren anreichen. Die Chinesen arbeiten mit vielfaeltigen Kulissen, die in Thailand und Indien nur in einem Schattenbild dargestellt werden. Die malaysische und indonesische Buehne regt die Phantasie der Zuschauer nicht zusaetzlich an.

Schattentheater  heute

In China und Malaysia besucht man haeufig das Spiel der Schatten, waehrend es in den anderen Laendern nur wenige Auffuehrungen gibt. Lediglich auf Java und Bali ist das Schattentheater dank jahrhundertelanger Traditionpflege noch fest im taeglichen Leben verankert. Die Massenmedien uebernehmen die Helden der eigenen Überlieferung in Radio, Film und Fernsehen, sogar in Comic-Serien. Das indonesische Wayang Kulit - "Schatten aus Leder" - hat mit hinduistischen Inhalten den Islam ueberlebt und interpretiert auf seine Art die Verbundenheit mit dem Jenseits.

 

Literatur und Quellen:
Deutsche Buecher - ohne Anspruch auf Vollstaendigkeit:
Unter http://members.aol.com/schattentheater/literature.htm
Grube, Wilhelm, Chinesische Schattenspiele, Muenchen, 1915.Kaminski, Gerd, Unterrieder, Else, Der Zauber des bunten Schattens. Chinesisches Schattenspiel einst und jetzt, Klagenfurt,1988. Simon, Rainald, Das chinesische Schattentheater (Katalog der Sammlungdes Deutschen Ledermuseums Offenbach am Main), Melsungen, 1986. Simon, Rainald (Hg.), Chinesische Schatten: Lampenschattentheater aus Sichuan; die Sammlung Eger, Deutscher Kunstverlag, Muenchen, 1997.

Buecher zur Schattenspielpraxis finden Sie unter www.schattentheater.de

Weitere Internethinweise:
http://members.aol.com/schattentheater/museums.htm
Relativ viele Voelkerkunde- und Theatermuseen haben chinesische Schattenspielfiguren in ihren Bestaenden, aber nur wenige verfuegen ueber eine ausstellungswuerdige Sammlung.

Im folgenden sind die wichtigsten Museen in Deutschland aufgefuehrt:
Ledermuseum Offenbach www.ledermuseum.de/inhalt_d/vo_3_d.html:
Das Ledermuseum besitzt die vermutlich groesste oeffentliche Sammlung an chinesischen Schattenspielfiguren ausserhalb Chinas. Den Grundstock bilden zwei sehr umfangreiche Saetze aus Peking, die in den dreissiger Jahren erworben wurden. Spaeter wurden weitere Saetze aus den Provinzen Hubei und Gansu erworben. Ferner werden einige Figuren aus Chengdu (Provinz Sichuan) ausgestellt.

Stadtmuseum Muenchen www.stadtmuseum-online.de/:Das Stadtmuseum hat einen Satz grosser Figuren aus Chengdu (Provinz Sichuan) in seinem Besitz Filmmuseum Duesseldorf

http://duesseldorf.de/kultur/filmmuseum/index.html:1993 erwarb das Filmmuseum der Landeshauptstadt Duesseldorf eine Sammlung aus dem Privatbesitz von Dr. Max Buehrmann und Hans-Joachim Kemper

Sonstige Texthinweise:
www.schattentheater.de/files/deutsch/info/finfo.html

Um Interesse zu wecken, zitieren wir kurz:
„Das europaeische Schattentheater: Auf dem Weg ueber die alten Handelsstrassen kam das Schattentheater um 1650 nach Europa. Doch der einseitig vom Intellekt gepraegte Europaeer konnte mit dem unfassbaren Schatten und der Schattenfigur wenig anfangen. Dem Europaeer liegt die "be-greifbare" , dreidimensionale Figur der Marionette oder die Handpuppe naeher. Die Schattenfigur entstammte einem Kulturraum, in dem die hinter der Wirklichkeit liegende Welt, die Meditation, Stille, Spiritualitaet eine wichtige Rolle spielte. Traum und Wirklichkeit sind fuer den fernoestlichen Menschen bis heute keine Gegensaetze.

Nur einmal in der Neuzeit kam das europaeische Schattenspiel zu wirklicher Bluete, und das geschah - wen wundert´s - in der Zeit der Romantik. Goethe, Brentano, Moerike, Uhland, Kerner u.a. schrieben Stuecke fuer Schattentheater und veranstalteten selbst Schattenspiele. Damals gehoerte das Spiel mit den Hand- und Koerperschatten und das Schneiden von Silhouetten in jedem buergerlichen Haus zum guten Ton. In Paris feierte das beruehmte Schattentheater "Le Chat Noir" Triumphe.“

 http://yourna.mehere.bei.t-online.de/thailand/medien_kunst_und_kultur/theater_00.htm

 http://home.t-online.de/home/puppentheater/inhalt/gesch/geschi3.htm

Kurzes Zitat:
„In fast allen Laendern gibt es kasperaehnliche Figuren. In Holland den Jan Klaassen, in Daenemark den Mester Jackel, in Russland gibt es Petruschka, in Rumaenien den Vasilache usw. Sie alle kaempften erfolgreich gegen Hexen, Tod und Teufel, gegen das Krokodil und die Obrigkeit.
Eine Besonderheit der Handpuppenspieler frueherer Zeiten war in einigen Laendern das Mitwirken lebender Tiere auf der Buehne. So wurden in Frankreich die Katze, in Boehmen Meerschweinchen und in England der Hund Toby ins Spiel einbezogen. Zum Vergnuegen der Zuschauer biss der Hund Toby auf Kommando seinem Gegenueber in die Nase.“

 
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